
Ein Cat 350 im Hartsteineinsatz

Bei Bad Salzungen in Thüringen wird ein Cat-Kettenbagger 350 zur Gewinnung von Hartgestein eingesetzt. Um dem stark abrasiven Rohmaterial standzuhalten, wurde er mit einem Löffel mit Seitenschneide ausgestattet – alle sechs Wochen müssen die Zähne erneuert werden. Um das gesprengte Material im Steinbruch zu lösen, nutzt der Maschinist einen Reißzahn.
Ausrüstung
Für den Einsatz im Hartgestein war die Reichweite der Maschine ein entscheidendes Kriterium. Daher erhielt der neue Bagger einen Monoausleger mit einer Stiellänge von 3,35 m. „Das ist in diesem Fall ausreichend. Andere Ausführungen wie ein ME-Ausleger mit einem 2,5 m oder 3 m langen Stiel sind ebenso verfügbar, wenn es auf Grab- und Reißkräfte ankommt“, so Tobias Polzmacher, Zeppelin Produktmanager für Kettenbagger. Ausleger und Stiel sind verstärkt und somit für typische Einsätze ausgelegt, wie sie die 50-t-Maschine absolvieren muss.
Mit einer maximalen Reichweite von rund 12 m und einer Grabtiefe von bis zu 8,2 m bewegt der Bagger große Materialvolumen, was im Steinbruch an der Tagesordnung ist. Die Grabkraftverstärkung steigert die Eindringkraft des Löffels mit einem Fassungsvermögen von 3,5 m3 um acht Prozent. Die Schwerlasthubautomatik erhöht wiederum die Hubkapazität um acht Prozent, was beim Anheben schwerer Lasten nützlich ist.

Leistung
Der Cat 350 basiert auf einem C9.3B-Motor mit 309 kW (414 PS), der die aktuelle EU-Abgasstufe V erfüllt und ausreichend Leistung für den Umgang mit Hartgestein bereitstellt. Die elektrohydraulische Vorsteuerung sorgt dafür, dass Fördermengen und Drücke automatisch angepasst werden. Ein bis zu 13 Prozent geringerer Kraftstoffverbrauch gegenüber der vorherigen Klasse senkt die Betriebskosten, reduziert die CO₂-Emissionen und ermöglicht einen nachhaltigeren Betrieb.
Unterwagen
Der Cat 350 verfügt über einen starren Unterwagen. Für Grip und Traktion auf dem Untergrund – insbesondere wenn der Bagger auch steile Hänge bewältigen muss – sorgen zweistegige Bodenplatten. Standard ist ein durchgehender Laufrollenschutz, der dafür sorgt, dass kein Stein Laufräder und Antriebsräder beschädigt.
Kabine
Der neue Cat 350 ist wahlweise mit einem Deluxe- und einem Premium-Fahrerhaus erhältlich. Beide verfügen über eine Klimaautomatik und eine hochklappbare linke Sitzkonsole für einen einfachen Ein- und Ausstieg. Die Deluxe-Kabine ist serienmäßig mit einer Sitzheizung und einem luftgefederten Sitz ausgestattet, während die Premium-Ausstattung über einen luftgefederten, beheizten und belüfteten Sitz verfügt. Große Kabinenfenster bieten eine gute Sicht auf den Arbeitsbereich. Bei der Premium-Kabine steht zudem eine 360-Grad-Kamera zur Verfügung. Ein optionales Schutzgitter lässt sich nachrüsten. Der Fahrer kann es hochklappen, wenn er die Scheiben reinigt. Für die Sicht nach hinten ist eine flache Motorhaube von Vorteil. „Das liegt daran, dass die Abgasnachbehandlung seitlich neben dem Motor verbaut ist. Vorher war sie über dem Motor untergebracht, was die Sicht geschmälert hat“, so Polzmacher.
Assistenzsysteme
Cat Payload hilft beim Erreichen genauer Ladeziele, die täglich erfasst und über die Telematiklösung VisionLink ausgewertet werden können. E-Fence beschränkt die maximale Reichweite des Auslegers. Swing Assist automatisiert und begrenzt den Schwenkvorgang des Oberwagens – von Vorteil, wenn der Bagger den Löffel über dem Trichter des Brechers ausleert. Integriert ist außerdem eine Hammer-Abschaltautomatik. Dabei wird nach ein paar Sekunden Dauerbetrieb der Hammer automatisch abgeschaltet, um dessen Verschleiß sowie Überhitzung zu verhindern. Für Einsätze in der Erdbewegung ist Cat Grade 2D gedacht und unterstützt beim Erreichen von Tiefe, Neigung und Zielprofil. Auch für die Fernsteuerung Cat Command ist der Cat Kettenbagger vorbereitet.

Maschinenwartung
Typisch für die neue Maschinengeneration des Cat 350: Zeppelin-Servicemitarbeiter haben die Möglichkeit, über die Fehlerbehebung und Software-Updates per Fernzugriff bereits vor einem Besuch vor Ort auf die Maschine zuzugreifen. Sie können Fehlercodes diagnostizieren oder das Betriebssystem aktualisieren.
Das Konzept der Maschinenwartung ist darauf ausgerichtet, Wartungsaufwand und damit laufende Betriebskosten zu senken. Während der Cat 352 zwei Luftfilter hat, wurde im kleineren Modell nur einer verbaut. Für den Schwenkantrieb gilt ebenfalls: Zwei sorgen für das nötige Drehmoment beim Cat 352, einer beim Cat 350. Der Hydrauliklüfter kühlt den Motor nur bei Bedarf und reduziert dadurch den Kraftstoffverbrauch. Serviceintervalle von tausend Stunden bei Öl- und Kraftstofffiltern senken die Ersatzteilkosten.