Gastbeitrag von Viscan-Geschäftsführer Nicolai Nolle

Mit BIM Bauabläufe beschleunigen

BIM, Viscan
Bild: Adobe Stock / WrightStudio

Viele Herausforderungen auf Baustellen sind die Folge von mangelnder Abstimmung, fehlender Transparenz oder verzögerten Entscheidungen. Mit Building Information Modeling (BIM) – also digitaler Planung von Anfang an sowie aktuellen Luftdaten per Drohne und einer gemeinsamen Datenplattform – lassen sich Projekte präziser vorbereiten. Auch, weil alle Beteiligten jederzeit auf demselben Informationsstand stehen. So entwickelt sich die Baustelle zunehmend zu einem strukturierten, datenbasierten Arbeitsumfeld. Digitalisierung wird damit einmal mehr zu einem entscheidenden Faktor für Effizienz und Wirtschaftlichkeit.

Voraussetzung ist dafür, Informationen gezielt zu nutzen und Prozesse klar zu organisieren, um Projekte besser zu steuern und Risiken zu reduzieren. Allerdings reicht es nicht aus, einzelne Werkzeuge einzuführen. Erst wenn Prozesse aufeinander abgestimmt sind, entstehen spürbare Verbesserungen. Informationen werden konsistenter genutzt, Abstimmungen effizienter und Probleme frühzeitig erkannt. Die positiven Effekte zeigen sich oft erst im Projektverlauf: Weniger Konflikte, stabilere Zeitpläne und besser kontrollierbare Kosten.

 

Nicolai Nolle ist Gründer und Geschäftsführer der Firma Viscan in Stuttgart. Seit 2011 treibt er die Integration von Vermessung, Drohnentechnologie, 3D-Scanning und Building Information Modeling (BIM) voran. Mit seinem Unternehmen begleitet er öffentliche Auftraggeber, Ingenieurbüros und Bauunternehmen bei der Umsetzung digitaler Bauprozesse.

Viscan
Bild: Viscan

Teilautomatisierte Prozesse

Wichtiger Ansatz dabei: die Arbeit mit digitalen Modellen. Sie ermöglichen es, Projekte bereits vor der Umsetzung zu analysieren und potenzielle Konflikte früh zu erkennen. Während der Bauphase dienen sie als Orientierung und ermöglichen es, Änderungen schneller einzuordnen. Darauf aufbauend unterstützen zentrale Plattformen die Zusammenarbeit, indem sie allen Beteiligten Zugriff auf identische Informationen bieten. Das reduziert Missverständnisse und beschleunigt Entscheidungsprozesse – besonders bei unerwarteten Ereignissen.

Auch vor Ort gewinnen digitale Hilfsmittel an Bedeutung. Systeme zur digitalen Erfassung dokumentieren Bauzustände präzise, während Drohnen schnell Übersichten liefern und Vermessungen unterstützen. Der Vorteil liegt vor allem in der Geschwindigkeit: Daten stehen zeitnah zur Verfügung und können direkt genutzt werden. Entscheidungen lassen sich schneller treffen, Unterbrechungen im Bauablauf reduzieren. Darüber hinaus eröffnet die Vernetzung von Maschinen mit digitalen Planungsdaten neue Möglichkeiten. Teilautomatisierte Abläufe erhöhen die Genauigkeit und verringern Fehlerquellen. Ob und in welchem Umfang solche Technologien eingesetzt werden, hängt jedoch von Projektanforderungen und Investitionsmöglichkeiten ab.

Es muss eindeutig festgelegt sein, wo Daten gespeichert werden, wer Zugriff hat und wie sie verwendet werden dürfen. Ohne diese Klarheit entstehen schnell Unsicherheiten im Projektablauf.

Neue Aufgaben für Unternehmen

Mit der zunehmenden Digitalisierung wächst auch die Bedeutung klarer Rahmenbedingungen. Es muss eindeutig geregelt sein, wo Daten gespeichert werden, wer Zugriff hat und wie sie genutzt werden dürfen. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an beteiligte Unternehmen: Digitale Arbeitsweisen erfordern interdisziplinäre Kompetenzen und enge Zusammenarbeit. Während größere Organisationen entsprechendes Know-how intern aufbauen, greifen kleinere Betriebe häufig auf externe Unterstützung zurück. Entscheidend ist, dass Prozesse verbindlich definiert und konsequent umgesetzt werden. Nur so lassen sich digitale Werkzeuge sinnvoll integrieren. Insgesamt zeigt sich: Baustellen entwickeln sich zunehmend zu vernetzten Arbeitsumgebungen, in denen Informationen zentral verfügbar sind und Projekte effizienter gesteuert werden können.