Cat 980G

Rebuild statt Ersatzinvestition

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Der Rebuild eines Radladers gilt als besonders anspruchsvoll. Im Vergleich zu Muldenkippern verfügt er über deutlich mehr bewegliche Komponenten, komplexe Kinematiken und hoch beanspruchte Bolzen- und Buchsenverbindungen. (Bild: Zeppelin)

Als die ersten Smartphones den Markt eroberten, liefen im belgischen Gosselies Cat-Radlader 980G vom Band. Ein Exemplar dieser Baumaschine leistete seit 1997 bei der Firma Johann Jäggle in Hüfingen seinen Dienst und absolvierte mehr als 18.400 Betriebsstunden – ohne nennenswerte Ausfälle oder größere Reparaturen. Statt die Maschine zu ersetzen, entschied sich das Unternehmen für ein umfassendes Rebuild.

Die Zeppelin-Niederlassung Böblingen überholte den Radlader komplett, zerlegte ihn dazu vollständig und brachte ihn technisch auf Neumaschinenniveau zurück. Motor, Getriebe, Achsen, Hydraulik, Elektrik, Steuergeräte sowie die komplette Kabine wurden überarbeitet oder erneuert. Grundlage war zunächst eine detaillierte Zustandsanalyse mit der App Cat Inspect, ergänzt durch eine Wartungshistorie und Ölprobenanalysen.

Ersatzteile kurzfristig verfügbar

Anschließend demontierten die Servicetechniker die Maschine bis auf den Rahmen. Erst nach gründlicher Reinigung und Prüfung konnten Verschleiß, Risse und mögliche Schäden zuverlässig bewertet werden. Laut Zeppelin ist insbesondere die Untersuchung des Rahmens entscheidend, da ein Rebuild nur bei einer tragfähigen Grundstruktur wirtschaftlich sinnvoll ist. Insgesamt ersetzten die Experten rund 7.000 Teile. Dazu gehörte auch die Schaufel, die mit dem Zahnsystem Cat Advansys ausgestattet wurde. Trotz des Alters von knapp 30 Jahren waren Ersatz- und Verschleißteile innerhalb kurzer Zeit verfügbar.

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Die Baumaschine musste beim Rebuild bis auf ihren Rahmen zerlegt werden. (Bild: Zeppelin)

Der Rebuild eines Radladers gilt als besonders anspruchsvoll. Im Vergleich zu Muldenkippern verfügt er über deutlich mehr bewegliche Komponenten, komplexe Kinematiken und hoch beanspruchte Bolzen- und Buchsenverbindungen. Diese wurden vollständig erneuert und die Gelenkpunkte präzise vermessen, ausgebuchst und ausgerichtet. Auch die Knicklenkung als besonders belasteter Bereich erforderte umfangreiche Instandsetzungsarbeiten. Dafür wurden Vorder- und Hinterwagen voneinander getrennt und das zentrale Gelenk überholt.

Erfolgreiches Teamwork

Bei der Aufarbeitung der Hauptbaugruppen arbeitete Böblingen eng mit weiteren Zeppelin-Standorten zusammen. Spezialisten aus Frankenthal unterstützten bei Motor und Getriebe, Köln übernahm die Überholung der Hydraulikzylinder und Bremen die Instandsetzung der Hydraulikpumpe. Vor Ort wurden zudem neue Hydraulikschläuche gefertigt und das gesamte Hydrauliksystem überarbeitet.

Zweites Leben nach 30 Jahren

Zusätzlich zur technischen Instandsetzung flossen aktuelle Serienstandards und Kundenwünsche in das Projekt ein. So erhielt der Cat 980G unter anderem eine Zentralschmieranlage, neue Displays, Schalter sowie einen neuen Fahrersitz. Auch die komplette Elektrik wurde erneuert und mit neuen Kabelbäumen ausgestattet. Nach dem Wiederaufbau folgten die Befüllung mit Betriebsstoffen, die Inbetriebnahme sowie umfangreiche Funktions-, Belastungs- und Fahrtests. Druck-, Temperatur- und Schaltwerte wurden dokumentiert und mit den Herstellervorgaben abgeglichen. Abschließend erhielt die Maschine durch Sandstrahlen, Grundierung und Neulackierung auch optisch eine vollständige Runderneuerung.

Das Ergebnis: Der Cat 980G startet nach fast drei Jahrzehnten Einsatz in eine zweite Maschinenlebensphase – mit modernisierter Technik und einer dokumentierten Generalüberholung als wirtschaftliche Alternative zur Neuanschaffung.