
Dreiachs-Dumper DT22 und Zweiwegebagger im Fokus
Auf dem Werksgelände von Hydrema in Weimar bot sich die Möglichkeit, das gesamte Baumaschinenprogramm zu testen. Besonders großes Interesse weckte der Zweiwegebagger. Der Dreiachs-Dumper DT22 feierte Europapremiere.

Für einen kurzen Moment sah es so aus, als könne die Bratwurst knapp werden, was in Thüringen durchaus als Notlage gewertet werden kann. Selbst Vertriebsleiter Martin Werthenbach war positiv überrascht von dem großen Interesse an den Hydrema-Produkten. Vor genau 30 Jahren war die Weimar-Werk Baumaschinen GmbH von dem dänischen Hersteller Hydrema übernommen worden. Heute stellt das Unternehmen am Standort Dumper und einzelne Baugruppen wie Kabinen her.

Viele Besucher, die den gesamten Tag durch die Hallen geführt wurden, zeigten sich erstaunt über die hohe Fertigungstiefe. Beginnend beim Stahlbau über die mechanische Bearbeitung und Lackierung bis hin zur Montage erfolgen alle Produktionsschritte vor Ort. Dabei legen die Verantwortlichen Wert darauf, die Betriebseinrichtungen stets auf dem aktuellen Stand zu halten, wofür die Laserschneidanlage oder ein neues vollautomatisches Bearbeitungszentrum als Beispiele stehen.

Maschinen trotzen schlechtem Wetter
Außerhalb der Werkshallen herrschten zur Veranstaltung weit weniger geordnete Verhältnisse, da große Regenmengen am Vortag das Demo-Areal regelrecht geflutet hatten. Bedingungen, die man mit gummibereiften Baumaschinen eigentlich eher meidet. Schlechtwetterstillstand war natürlich an den Demo-Tagen keine Option, also mussten sich die Hydrema-Maschinen durch den aufgeweichten Untergrund pflügen, was sie jedoch anstandslos meisterten. Besonderes Augenmerk lag hier auf einer echten Neuheit, dem dreiachsigen Muldenkipper DT 22. Bei dem Knicklenker mit den charakteristischen Tandem-Hinterachsen hat der Hersteller die Kabine und den gesamten Vorderwagen zeitgemäß neugestaltet.
Dabei stand natürlich nicht nur ein gefälliges Äußeres im Vordergrund, sondern auch Verbesserungen beim Fahrerkomfort, der Bedienung und der LED-Beleuchtung. Mit der optional verfügbaren Breitbereifung erfüllt die Maschine Anforderungen bezüglich eines geringen Bodendrucks, bei denen andere Transportsysteme ausscheiden. Das nasse Gelände in Weimar stellte für ihn jedenfalls, selbst mit den Standardreifen, keine wirkliche Herausforderung dar.

Auf Schienen- oder Gummirädern
Dass sich viele Besucher besonders für den Zweiwegebagger interessierten, zeigte schon die Vielzahl der Firmenfahrzeuge von Gleisbau-Unternehmen auf dem Parkplatz. Folglich war der MX-Rail auf dem 200 m langen Werksgleis nahezu ununterbrochen im Einsatz. Ein eigens engagierter Gleisbau-Trupp demonstrierte das Auswechseln maroder Schwellen unter realen Bedingungen. Dabei kam eine Reihe spezieller Anbauwerkzeuge zum Einsatz, welche dank des OilQuick-Schnellwechslers quasi im Vorbeifahren getauscht wurden. Die Hydrema-MX-Baureihe ist ja von Grund auf als Kurzheckbagger ausgelegt, was den Verhältnissen im Gleisbau natürlich entgegenkommt. Die 1.839 mm Heckschwenkradius des MX 20 sind tatsächlich ein sehr guter Wert. Der Bagger kann sich sowohl über die direkt angetriebenen Schienenräder als auch mittels der Gummiräder auf dem Gleis fortbewegen. Damit ist er für alle denkbaren Einsatzsituationen bestens gerüstet.

Zulassung als Hürde
Da der Gleisbau ein hochspezialisiertes Tätigkeitsfeld ist, ist es wenig verwunderlich, dass sich regional unterschiedliche Vorgehensweisen etabliert haben. Was in Skandinavien funktioniert, muss nicht zwingend mit den einheimischen Vorstellungen im Einklang stehen. Beispielsweise wird kontrovers diskutiert, ob Abstützungen benötigt werden. Genau aus diesem Grund waren auch die dänischen Konstrukteure vor Ort, um die Anregungen und Wünsche der versierten Praktiker aufzunehmen. Eine große Hürde stellt die Zulassung auf dem deutschen Schienennetz dar. Hierfür ist ein ganzer Katalog an Auflagen zu erfüllen und es müssen diverse Testreihen absolviert werden, um die entsprechenden Nachweise zu erbringen. Da der Zweiwege-Hydrema bei dem Event in Weimar jedoch zu zahlreichen positiven Rückmeldungen geführt hat, fühlen sich die Verantwortlichen bestärkt, diesen beschwerlichen Weg weiterzugehen.

