Zeppelin Hydraulikbagger
Abbruchbagger

Hydraulikbagger als begehrte Zerstörer

Dinosaurier der Neuzeit: In über 20 m Arbeitshöhe bewegt der Cat 336EL mit Long-Front-Ausleger präzise tonnenschwere Anbaugeräte. Durch hydraulisch ein- und ausschiebbare Bolzen kann statt Long-Front- schnell ein kurzer Erdbauausleger montiert werden. (Bild: Zeppelin)

hochspezialisierter Unternehmen, Mitarbeiter, Maschinen, Ausrüstungen und letztlich auch großem Know-how, um den Ansprüchen zeitgemäßer Abbrucharbeiten zu genügen.

Und die Kriterien, die zur effizienten und sicheren Durchführung solcher Arbeiten an Bagger gestellt werden, sind komplett anders als im üblichen Baugeschehen. Wichtige Parameter haben sich zwar erst in jüngerer Vergangenheit herauskristallisiert, werden nun aber von den Baggeranbietern zunehmend verfolgt und prägen die Entwicklung der Maschinen in starkem Maß. Eminent wichtige Anforderungen sind Standsicherheit – insbesondere bei Einsätzen mit schweren Ausrüstungen und großen Ausladungen, also weit vor der Maschine – und Vielseitigkeit, um diverse Aufgaben im Abbruch ebenso erledigen zu können wie auch in anderen Bereichen, etwa im klassischen Erd- und Tiefbau. Dazu kommt ein möglichst einfacher, unkomplizierter Transport mit wenig Rüstaufwand trotz überlanger Ausleger.

Ebenfalls bedeutend sind große Reichhöhen von etwa 20 bis über 40 m, und dies bei beträchtlichen Reichweiten mit genügend Sicherheitsabstand zum Gebäude, um vor herabstürzendem Schutt und Trägern geschützt zu sein. Mit derartigen Auslegern werden Arbeitshöhen erreicht, die früher nur großen Seilbaggern mit Gittermastausleger vorbehalten waren. Solche Reichhöhen und -weiten der Hydraulikbagger verlangen aber spezielle Ausleger, die sich erheblich von konventionellen Monoblock- oder auch Verstellauslegern unterscheiden. High-Reach- und Long-Front-Abbruchausleger sind mehrfach geteilt und besitzen – ähnlich wie Umschlagbagger – unterhalb des Stiels angelenkte Hydraulikzylinder für große Hubkräfte zum Heben und sicheren Führen schwerer Anbauwerkzeuge.

Die Jagd nach Rekorden hat sich entschleunigt

Viele renommierte Hersteller führen nunmehr Abbruchbagger mit extrem langen Auslegern – manche lassen sich wie aus dem Baukasten zusammenstellen. Dann kann beispielsweise zwischen sechs Unterwagenvarianten und fünf Auslegerbestandteilen gewählt werden. Die noch vor wenigen Jahren zu beobachtende Rekordjagd nach immer größeren Reichhöhen hat sich inzwischen etwas gelegt – nicht zuletzt auch wegen einiger schwerer Unfälle durch umkippende Abbruchbagger. Für 60 m Höhe, die mit einem 10-m-Stiel und dreifach auf 50 m teleskopierbaren Hauptausleger erreicht werden, sind bereits Bagger mit rund 200 t Einsatzgewicht erforderlich. Rekordhalter ist ein japanischer Kobelco SK3500D mit 330 t Einsatzgewicht für bis zu 65 m Arbeitshöhe.

Bei allen Höhenrekorden bleiben der Transportaufwand und die Vielseitigkeit maßgeblich für alle gängigen Größenklassen. Das aber fordert die Konstrukteure, die ihre Hydraulikbagger ja ursprünglich als reine Erdbaumaschinen konzipiert haben. Daher folgen sämtliche Hersteller bei der Konstruktion von Unter- und Oberwagen, Antrieb, Anordnung der Kontergewichte und Anlenkung des Auslegers den seit Jahrzehnten bewährten Grundsätzen. Eine spezielle, komplett neu entwickelte Abbruchmaschine gibt es  – noch – nicht.

Viel Aufmerksamkeit verlangen die Standsicherheit und Tragfähigkeit. Manche Anbieter betonen, dass die Reichhöhen und -weiten sowie Traglasten – wichtig beim Anbau schwerer Abbruchwerkzeuge – im gesamten 360°-Schwenkbereich gelten, also auch bei quer geschwenktem Oberwagen. Ist das nicht der Fall, muss der Fahrer vorsichtig und sorgsam vorgehen, denn der Oberwagen darf mit schweren Anbaugeräten bei weiten