Praxiskonforme Lösungen für die Kanalsanierung

Wie lassen sich Kanalnetze langfristig und wirtschaftlich instandhalten? Der 15. Deutsche Reparaturtag am 9. September in Kassel zeigt anhand praxisnaher Erfahrungsberichte, wie gezielte Reparaturen die Nutzungsdauer bestehender Netze verlängern und begrenzte Investitionsmittel effizient einsetzen helfen.
Im Mittelpunkt stehen bewährte Verfahren, schadensorientierte Sanierungsentscheidungen und die Reparatur als fester Bestandteil einer strategischen Instandhaltungsplanung. Wie sich dieser Ansatz über viele Jahre bewährt hat, zeigt das Beispiel der hanseWasser Bremen GmbH, wo Reparaturen seit langem fest in die Erhaltungsstrategie eingebunden sind.
Kanalsanierungen stehen heute in einem Spannungsfeld aus technischen Anforderungen, Investitionsdruck und personellen Engpässen. Umso wichtiger ist es, geplante Maßnahmen im Vorfeld auf ihre Zweckmäßigkeit zu prüfen. Nicht immer sind Renovierung oder Erneuerung erforderlich. Abhängig vom Schadensbild haben sich Reparaturen als wirtschaftlich sinnvolle Alternative etabliert, um mit punktuellen Eingriffen die Funktionsfähigkeit des Kanalnetzes langfristig zu erhalten.
Auf dem 15. Deutschen Reparaturtag am 9. September in Kassel präsentieren Fachleute bewährte Verfahren und geben Einblicke in ihre Reparaturstrategien. Der Branchentreff vermittelt weit mehr als einen Überblick über verfügbare Verfahren: Im Mittelpunkt stehen konkrete Praxisbeispiele, Entscheidungsgrundlagen und der fachliche Erfahrungsaustausch. Ziel ist es, den Teilnehmern Impulse für die eigene Sanierungspraxis zu geben und den Austausch über Herausforderungen sowie bewährte Lösungsansätze zu fördern.

Langfristige Erhaltungsstrategie
Einen Einblick in die langjährig etablierte Reparaturstrategie gibt Florian Frambach aus dem Bereich Sanierungsplanung und -steuerung der hanseWasser Bremen GmbH. Das Abwasserunternehmen betreibt als Partner der Freien Hansestadt Bremen mit rund 400 Beschäftigten das 2.300 km lange Bremer Kanalnetz. Da hanseWasser Bremen nicht Eigentümer des Netzes ist, wurde mit der Stadt ein Leistungsvertrag geschlossen, der unter anderem festlegt, welche Schadensarten in welcher Ausprägung innerhalb welcher Fristen zu sanieren sind.
In seinem Vortrag „Die Reparaturstrategie in Bremen – ein Erfolgsmodell“ erläutert Frambach, wie hanseWasser Bremen Reparaturmaßnahmen systematisch in die langfristige Erhaltungsstrategie integriert und so die Funktionsfähigkeit der vorhandenen Infrastruktur auch unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten sichert.
Zum Auftakt des 15. Deutschen Reparaturtags zeigt Florian Frambach, wie Reparaturmaßnahmen auf Grundlage einer systematischen Zustandserfassung und schadensorientierten Bewertung dauerhaft in die Erhaltungsstrategie eines Netzbetreibers eingebunden werden können. Das Bremer Beispiel bildet den fachlichen Einstieg in das weitere Programm. Praxisberichte, technische Fachvorträge, Diskussionen und Vorführungen auf dem Außengelände zeigen praxisnah, welche Verfahren sich unter unterschiedlichen Randbedingungen bewähren und worauf es bei Auswahl, Vorbereitung und Ausführung ankommt.