Wohnbauprojekt in Danzig

Ramm- und Bohrgerät LRB 19 von Liebherr erstmals im Einsatz

Einen seiner ersten Baustelleneinsätze hat das neue Ramm- und Bohrgerät LRB 19 von Liebherr bei einem Wohnbauprojekt im polnischen Danzig. Dort setzt das Unternehmen Budokop Geotechnika das Spezialtiefbau-Modell ein, um 1.772 Pfähle mit Vollverdrängerwerkzeug zu erstellen. Zentrale Herausforderungen: Der große Projektumfang und die harten Böden.

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Ein perfektes Duo für Pfahlgründungen: das Ramm- und Bohrgerät LRB 19 und die Raupenbetonpumpe 110 D-K von Liebherr. (Bild: Liebherr)

Wir haben uns für das LRB 19 entschieden, weil es leistungsstark ist und eine hohe Mobilität aufweist. Durch das kompakte Design lässt es sich einfach in einem Stück transportieren, was uns viel Zeit erspart“, sagt Wojciech Sukow, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens und verweist darauf, dass die von außerhalb der Kabine einsetzbare Funkfernsteuerung für Sicherheit beim Abladen und Aufbauen sorgt. Das niedrige Transportgewicht von 48,2 t inklusive 8 t Ballast sowie Hilfswinde sind Teil des Mobilitätskonzepts. Wissenswert: Das LRB 19 ist das Nachfolgemodell der langjährig bekannten Ramm- und Bohrgeräte LRB 16 und LRB 18, das Liebherr erstmals auf der Bauma 2025 präsentierte.

Mit Vollverdrängungswerkzeug

Auf der Baustelle im polnischen Danzig setzt Budokop Geotechnika das LRB 19 mit Vollverdrängerwerkzeug ein. Die Gründungspfähle für die mehr als 1.000 neuen Wohnungen werden in diesem Verfahren nicht ausgebohrt, sondern durch Verdrängung des Erdreichs erstellt. Ein Vorteil dieser Anwendung ist, dass sie sehr effizient ist, weil kein Bodenmaterial abtransportiert werden muss. Den Beton für die Pfähle liefert die Raupenbetonpumpe 110 D-K von Liebherr, die der Hersteller speziell für solche Einsätze im Spezialtiefbau entwickelt hat.

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Mit Vollverdrängerwerkzeug erstellt das LRB 19 von Liebherr 1.772 Gründungspfähle für ein Wohnbauprojekt in Danzig. (Bild: Liebherr)

Die Pfähle sind bis zu 9 m tief und haben einen Durchmesser von 360 mm. Besonders fordernd sind der große Projektumfang von 1.772 Pfählen, die in nur 8 Wochen erstellt werden müssen, sowie der harte Boden. Durch die Küstenlage der Baustelle an der Ostsee müssen die Verantwortlichen außerdem sehr präzise und sicher arbeiten. Der Grundwasserspiegel kann bei Einsätzen in Meeresnähe besonders hoch sein, was die Anwendung wesentlich anspruchsvoller macht.

Schneller Wechsel von Anbaugeräten

Zusätzlich zu Anwendungen mit Vollverdrängerwerkzeug – wie in Danzig – kann das LRB 19 im Bereich Spezialtiefbau vielseitig eingesetzt werden. Für Ramm- oder Rütteleinsätze wird der Allrounder mit dem Hammer H 6 oder den Rüttlern LV 23 und LV 23 F von Liebherr ausgerüstet. Bohren mit Kellyausrüstung, Doppelbohrkopf oder Endlosschnecke sind weitere Anwendungsgebiete, ebenso wie Bodenmischen. Die verschiedenen Anbaugeräte sind durch das hydraulische Schnellwechselsystem einfach austauschbar – ohne Werkzeug und ohne, dass der Fahrer die Kabine verlassen muss. Alle hydraulischen, mechanischen und elektrischen Verbindungen werden automatisch gekoppelt. Dadurch verkürzt sich die Rüstzeit deutlich und Fehler beim Anschließen werden vermieden.

Die Arbeitsbereichseinschränkung unterstützt den Bedienenden dabei, den Drehbereich, die Ausladung oder die Gerätehöhe (Höhenverstellung) zu überwachen. Sobald das Gerät in den zuvor eingestellten gesperrten Bereich bewegt wird, stoppt es automatisch und verhindert so mögliche Kollisionen. Für die Leistungsstärke des kompakten LRB 19 sorgen der 450-Kilowatt-Dieselmotor und der Bohrantrieb BAT 180.1 mit 180 Kilonewtonmeter maximalem Drehmoment. Für Wojciech Sukow von Budokop Geotechnika steht fest: „Die Zusammenarbeit mit Liebherr ist eine echte Partnerschaft. Ich schätze die Qualität der Maschinen, den Service und die technische Unterstützung. Darauf vertrauen wir seit vielen Jahren.“

 

Info

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Grundstein für eine prägende Ära im Liebherr-Werk Nenzing: der Prototyp des ersten Liebherr-Seilbaggers HS 870. Er ist nach Rückkauf und Restaurierung bis heute voll funktionsfähig. (Bild: bd/Bömer)

Im Jahr 1976 gründete Hans Liebherr das Werk, in dem zunächst Krane für den maritimen Einsatz produziert wurden. Wenig später legte das Team in Nenzing mit dem Prototypen eines hydraulisch angetriebenen Seilbaggers den Grundstein für eine komplett neue Ära. Diese Produktlinie entwickelte sich zu einem prägenden Standbein für das österreichische Werk, in dem heute rund 1.900 Mitarbeiter Seilbagger, Spezialtiefbaumaschinen und Raupenkrane bis 400 t Traglast entwickeln und produzieren. Dass die Maschinen aus Nenzing weltweit verbreitet sind, zeigte sich an dem international aufgestellten Teilnehmerkreis der fünftägigen Jubiläumsfeierlichkeiten deutlich. Zusätzlich zu einem abwechslungsreichen Programm mit Maschinendemos, Innovationspavillon, Technikvorträgen und Werkstouren dürfte den Besuchern nicht zuletzt die Vorarlberger Gastlichkeit im Gedächtnis geblieben sein. Auf die Neuheiten, die während der Veranstaltung präsentiert wurden, gehen wir demnächst in einem gesonderten Beitrag ein.