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Betriebsstoffe

So läuft´s wie geschmiert

Moderne Betriebsschmierstoffe sind wichtige Konstruktionselemente – da sind sich die meisten Baumaschinen- und Motorenhersteller einig. (Bild: Bantleon)

Moderne Maschinen und Fahrzeuge mit komplexer Abgastechnik erfordern spezielle Motoren-, Getriebe- und Hydrauliköle. Und raue Umgebungsbedingungen verlangen ebenso nach bestmöglichen Fetten für Achsen, Wälzlager und andere Schmierstellen.

Schmierstoffe sind heute als Konstruktionselemente zu betrachten. Aufgrund der rasanten Entwicklung in der Komponenten- und Steuerungstechnologie müssen sie immer leistungsfähiger sowie langlebiger sein und selbst unter den schwierigsten Einsatzbedingungen einwandfrei funktionieren – so bringt es Liebherr auf den Punkt. Deshalb wird kontinuierlich in die Forschung und Entwicklung von Schmierstoffen investiert. Schließlich sollen sie eine einwandfreie Geräteleistung, kurze Gerätereaktionszeiten, ein gutes Kaltstartverhalten sowie eine reduzierte Warmlaufphase ermöglichen. Zugleich gilt es, eine besonders genaue und feinfühlige Steuerbarkeit der diversen Servokomponenten zu gewährleisten. Und natürlich sollen die Schmierstoffe eine lange Lebensdauer haben und allen Komponenten bestmöglichen Schutz vor Korrosion und Verschleiß bieten. Genau daran arbeiten Betriebsstoff-Hersteller wie Fuchs Lubritech, Liqui-Moly, Panolin oder Zeller + Gmelin – besser bekannt unter dem Markennamen Divinol – und Branchenriesen wie Agip, BP, Elf, Esso, Shell oder Total.

 

Ein ganz aktuelles Thema sind die Low-SAPS-Motorenöle (sulphated ash, phosphorus, sulphur), also Öle mit sehr niedrigen Anteilen an Sulfatasche, Phosphor und Schwefel. Wegen ihrer geringen Neigung zur Aschebildung werden sie auch als Low-ash-Öle bezeichnet. Hintergrund ihrer Entwicklung sind die Einhaltung der neuen Abgasgrenzwerte und der damit verbundene Einsatz moderner Abgaskomponenten wie Katalysatoren, Partikelfilter sowie SCR-Systeme.

Weniger Kraftstoffkosten durch neue Motorenöle

Mit einem Additivanteil von etwa 30 Prozent sind die Low-SAPS-Motorenöle zwar teurer, wobei der Mehrpreis durch geringere Kraftstoffkosten wieder mehr als wett gemacht wird. So wurde im DLG-Testzentrum Technik und Betriebsmittel eine synthetische Schmierstoffkombination von Exxon Mobil (Mobil Delvac 1 LE 5W-30, Mobil Delvac Synthetic Gear Oil 75W-140, Mobilube Syn LS 75W-90 und Mobil DTE 10 Excel 68) mit mineralischen Standardölen verglichen. Um die Einsatzbedingungen gleich zu halten, wurden in der Prüfung die Verbrauchsdaten am DLG-Zapfwellenleistungsprüfstand wie auch in den Feldzyklen des DLG-Powermix ermittelt. Die Verbrauchsmessungen des DLG-Powermix über zwölf Zyklen ergaben eine Verbrauchsreduzierung zwischen 0,71 und 1,67 Prozent. Werden dann noch die Ölwechselintervalle konsequent eingehalten, kann man sich über längere Standzeiten und weniger Wartungs- und Servicearbeiten freuen.

 

Klassische Motorenöle haben eine sehr hohe Konzentration metallorganischer Wirkstoffe und damit einen hohen Aschegehalt. Denn bisher galt: je mehr Kalzium, Magnesium, Bor, Zink sowie auch Phosphor und Schwefel im Öl, desto höher die alkalische Reserve und desto besser das Öl. Schließlich sind es die Additive, die für hohen Verschleißschutz und eine gute Motorsauberkeit sorgen. Mit Einführung der abgasarmen Motoren brauchte es allerdings komplett neue Öle, die eine sehr geringe Neigung zur Bildung von Ascheablagerungen haben sowie weit weniger schwefel- und phosphorhaltige Additive enthalten. Das gilt erst recht für die heutigen Euro-VI-Motoren sowie für künftige Dieselmotoren, die ab 2019 Euro-Stufe-V für Non-Road-Fahrzeuge erfüllen müssen. Sollten sich nämlich beim Einsatz des Motorenöls zu viele Rückstände und vor allem Asche bilden, verstopfen recht schnell die feinen Poren der Dieselpartikelfilter sowie die kleinen, langen Kanäle der Katalysatoren. Phosphor und Schwefel sind schließlich ausgesprochene Katalysatorgifte, weshalb auch ein sehr schwefelarmer Dieselkraftstoff (gemäß EN 590) zwingend notwendig ist. Beide Stoffe neutralisieren nämlich die katalytischen Oberflächen und verhindern die Funktion der Abgasentgiftung. So musste der Additivanteil im Motoröl deutlich reduziert werden, bei gleichzeitig steigenden Ansprüchen an längere Ölwechselfristen, verminderte Reibung und guten Verschleißschutz.

 

Inzwischen haben die meisten Schmierstoffhersteller ihre Hausaufgaben erledigt. So hat etwa Shell die aschearmen Low-SAPS-Ölsorten Rimula R4 L, R6 LM und R5 LE entwickelt, die den Motor unter allen Betriebsbedingungen schützen sollen – egal ob es heiß oder kalt ist, wie schlammig, staubig oder steil die Straßen und Wege sind oder wie lange der Fahrzeugeinsatz dauert. Die Rimula-Öle schützen Hochleistungs-Dieselmotoren vor Korrosion durch Säuren, die sich bei unvollständiger Kraftstoffverbrennung bilden und sollen zudem Ablagerungen verhindern und den Motor sauber sowie stets bei optimaler Leistung und Langlebigkeit halten. Sie bilden einen stabilen Schmierfilm, der die Metalloberflächen der Motorteile vor Reibung und Verschleiß schützen soll und damit die Lebensdauer des Motors verlängern hilft.