
Wie sich Großmaschinen nachhaltig erneuern lassen

Als erster Händler in Deutschland hat Swecon Baumaschinen 2024 eine Maschine nach dem zertifizierten Volvo-Rebuild-Programm generalüberholt. Seither haben fünf weitere Maschinen auf diese Weise ein zweites Leben erhalten. Über die wichtigsten Aspekte des Wartungs- und Instandhaltungsprogramms haben wir mit Christian Jache, Verkaufsleiter Service, und Stefan Liske, Service- und Ersatzteilverkäufer sowie Rebuild-Experte bei Swecon Baumaschinen, gesprochen.
bd: Für welche Einsatzbereiche ist ein Rebuild besonders sinnvoll?
Jache: Grundsätzlich ist ein Rebuild unter maschinentechnischen Voraussetzungen immer sinnvoll. Es gibt keine Abstufungen der Einsatzbereiche. Der Aufwand der Maßnahme gestaltet sich unterschiedlich je nach Einsatzgebiet. Nicht der Einsatzbereich ist maßgebend, sondern die Nutzung der Maschine. Eine Maschine, die zu 100 % wieder in die Produktion einsteigen soll, ist die perfekte Maschine, um einen Rebuild durchzuführen. Natürlich stehen die Gewinnungsindustrie, Recycling oder andere Einsätze mit einem planbaren Betriebsstundenvolumen im Fokus der Wirtschaftlichkeitsberechnung.

Ab wann lohnt sich ein Rebuild wirtschaftlich im Vergleich zu einer Neuanschaffung?
Jache: In der Regel werden Maschinen mit zirka 12.000 Betriebsstunden für eine Rebuild-Maßnahme interessant, ungeachtet des Alters.
Welche Baugruppen werden standardmäßig im Rahmen eines Rebuilds erneuert – und welche nur bei Bedarf?
Liske: Standardmäßig erneuert wird der Antriebsstrang, der den Motor, das Getriebe und die Achsen beinhaltet. Bei Bedarf bzw. Kundenwunsch können weitere Komponenten regeneriert werden. In jedem Fall werden bei einem Rebuild alle Schläuche und Kabelbäume geprüft. Auch wenn diese nicht im unmittelbaren Rebuild enthalten sein sollten, werden diese bei Bedarf mit ausgetauscht.

Wie stellen Sie die Qualität der wiederaufbereiteten Komponenten sicher?
Liske: Wir messen alle relevanten Teile auf Verschleiß und tauschen sie gegebenenfalls aus. Die Qualitätssicherung erfolgt durch die Verwendung von Volvo-Originalteilen und Teilen aus dem Volvo-Reman-Programm. Dieses Programm umfasst von Volvo regenerierte Austauschkomponenten, das selbstverständlich mit zwei Jahren und 6.000 Stunden Garantie auf alle ausgetauschten Teile versehen ist.
Welche technischen Upgrades oder Modernisierungen sind beim Rebuild möglich?
Liske: Die Maschinen sind nach der Rebuild-Maßnahme auf dem aktuellen Stand der vorhandenen Baureihe. Dies bedeutet, dass eine Maschine, die zu Beginn einer Baureihe gefertigt wurde, nach dem Rebuild auf dem aktuellen Stand dieser Baureihe ist. Sollte beispielsweise ein Getriebe-Update erfolgt sein, erhält die Maschine im Rahmen des Rebuilds das aktuelle Getriebe der Baureihe, was zur Effizienzsteigerung und Kraftstoffersparnis beitragen kann.
Wie lässt sich ein Rebuild optimal in die Einsatzplanung eines Unternehmens integrieren?
Jache: Der Zeitpunkt für die Durchführung des Rebuilds wird seitens des Kunden festgelegt, sodass er den Ausfall der Maschine bestmöglich in seiner Einsatzplanung berücksichtigen kann. Hier können zum Beispiel Ersatzmaschinen aus dem Swecon-Mietpark zum Einsatz kommen. Oder die Kunden legen ihre Betriebsferien in den Zeitraum der Maßnahme.
Welche Garantien gelten konkret für die Gesamtmaschine nach einem Rebuild?
Jache: Der Kunde erhält eine Garantie über die getauschten Teile für einen Zeitraum von zwei Jahren oder 6.000 Betriebsstunden. Optional sind auch weitere Garantieverlängerungen oder Servicevereinbarungen nach Kundenwunsch möglich.
Welche Maschinenmodelle sind aktuell für ein Rebuild geeignet – und gibt es Einschränkungen?
Liske: Derzeit eignen sich Großmaschinen wie Radlader, Kettenbagger und Dumper für diese Maßnahme. Bei Kompaktmaschinen sind derzeit keine Rebuild-Maßnahmen vorgesehen.
Wird das Rebuild-Konzept künftig auf weitere Maschinentypen ausgeweitet?
Jache: Es ist geplant, künftig auch starre Muldenkipper in dieses Programm aufzunehmen. Grundsätzlich sollen alle größeren Volvo-Maschinen integriert werden.
Welche technologischen Entwicklungen – z.B. Digitalisierung, Predictive Maintenance – werden künftig in Rebuilds integriert?
Liske: Ein Rebuild beeinflusst die Digitalisierung oder die Predictive Maintenance nicht. Diese Maschinen können, wenn sie über die Technik verfügen, analog zu den aktuellen Neumaschinen identisch unsererseits serviciert werden. Wir können den Kunden hier mit Uptime unterstützen.
Herr Jache, Herr Liske, vielen Dank.
Die Fragen stellte Kerstin Thiele.
Sieben Gründe für das Volvo-Rebuild-Programm:
• besonders für Großmaschinen geeignet, die täglich viel im Einsatz sind
• Die Maschinenaufbereitung ist in zehn bis zwölf Wochen abgeschlossen, je nach Aufwand.
• deutliche Kostenersparnis im Vergleich zu einer Neuanschaffung
• Kosten pro Betriebsstunde werden nachweislich gesenkt
• Ersatzteilgarantie von zwei Jahren auf alle ausgetauschten Teile
• optional: weitere Garantiemöglichkeiten für die gesamte Maschine
• optional: Auf Wunsch kann eine Ersatzmaschine durch Swecon smartrent gestellt werden.



