Elektrobagger

Sany SY215E absolviert Testeinsatz in der Schweiz

Das Schweizer Bauunternehmen Kibag hat eine Initiative zur CO2-Reduktion gestartet und dazu den Sany SY215E auf verschiedenen Baustellen unter realen Bedingungen getestet. Dabei kam die vollelektrische Maschine unter anderem im Aushub, bei klassischen Erdbauarbeiten sowie im Recyclingbereich zum Einsatz und überzeugte.

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Der Testeinsatz ist Teil der Kibag-Initiative zur CO2-Reduktion und unterstreicht laut Sany die Vorreiterrolle des Unternehmens im Bereich elektrifizierter Baumaschinen. (Bild: Kibag)

Kein Dröhnen, kein Vibrieren, kein typisches Rattern eines Dieselmotors: Obwohl die Arbeiten mit dem 23-t-Bagger auf der Schweizer Baustelle auf Hochtouren laufen, ist kein Lärm zu hören. Stattdessen frisst sich der Bagger lautlos durch den Boden. Organisiert hat den Testeinsatz die Firma Multi Handling, der Putzmeister-Partner für Sany-Baumaschinen vor Ort. In Gesprächen mit dem Bauunternehmen brachte Multi Handling die Elektromaschinen ins Spiel, denn Ziel von Kibag ist es, den Dieselverbrauch und den CO₂-Fußabdruck zu senken und bis 2050 komplett emissionsfrei zu arbeiten.

Trotz dieser Ambitionen herrschte bei den Verantwortlichen anfangs eine gewisse Skepsis mit Blick auf die vollelektrische Baumaschine. Ob sie zum Beispiel einen ganzen Tag auf der Baustelle durchhalten und die geforderte Leistung erbringen würde. Nach einem mehrtägigen Testeinsatz konnte Kibag-Maschinist Roger Britt alle Zweifel ausräumen: „Die Steuerung ist praktisch identisch mit einem normalen Bagger. Was aber auffällt, ist die Ruhe: kein Lärm, kein Gestank, einfach nur arbeiten.“ Theo van Horck, Putzmeister Regional Sales Manager für die Schweiz, kennt die anfänglichen Vorbehalte vieler Kunden: „Die meisten meinen, dass sie auf der Baustelle Einbußen haben, wenn sie eine Elektromaschine einsetzen und glauben, dass E-Maschinen deutlich weniger Leistung haben als die Dieselmodelle. Da ist es am besten, man testet die Maschinen einfach selbst in realen Einsätzen, um sich ein Bild zu machen.“ Und genau diese Möglichkeiten hat Kibag genutzt.

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Der vollelektrische 23-Tonner SY215E hat im Testbetrieb unter realen Baustellenbedingungen überzeugt. (Bild: Kibag)

Sany zählt sich zu den Vorreitern bei vollelektrischen Baumaschinen und hat hier in den vergangenen Jahren ein breites Portfolio entwickelt: vom Teleskoplader, Hafenkran, Reachstacker und Walzen bis zu Minibaggern, Radladern und schweren Raupenbaggern. Dabei vereinen alle Maschinen dem Unternehmen zufolge eines: maximale Performance ohne Emissionen. Wichtiger Faktor, damit die grüne Baustelle Realität wird, sind demnach die modernen Lithium-Eisenphosphat-Akkus. Diese gelten als besonders sicher, da sie thermisch stabil sind und kaum Überhitzungs- oder Brandrisiken bergen.

Mit bis zu 5.000 Ladezyklen versprechen sie Langlebigkeit und Wirtschaftlichkeit. Gleichzeitig sind sie frei von Kobalt und anderen giftigen Materialien. Dabei sei es die hohe Entladeleistung, die für eine gleichbleibend starke Maschinenperformance sorge. Selbst bei Hitze oder Kälte bleibe die Leistung konstant. Nicht zuletzt zeichnen sich die Elektromaschinen im Vergleich zu herkömmlichen Dieselpendants durch einen geringen Wartungs- und Serviceaufwand aus, da viele der typischen Verschleißteile bei Verbrennungsmotoren entfallen. Dadurch reduzieren sich nicht nur die Betriebskosten, sondern auch die Stillstandzeiten im Arbeitsalltag. Der höhere Anschaffungspreis der elektrischen Maschinen soll sich innerhalb kurzer Zeit amortisieren aufgrund der deutlich niedrigeren laufenden Kosten.