Sennebogen Rental & Used

Ein Partner für jede Maschinenphase

Die Sennebogen Vertriebsgesellschaft (SVG) ist als 100-prozentige Tochter der Sennebogen Maschinenfabrik der hauseigene Händler für neue (E-)Umschlagmaschinen, Teleskoplader und Balance-Umschlagmaschinen in Niederbayern, der Oberpfalz sowie in Mittel- und Oberfranken. Außerdem können Unternehmer über die SVG weltweit Gebrauchtmaschinen aus der gesamten Produktpalette des Herstellers beziehen oder innerhalb Europas anmieten. Wir haben vor Ort mit Geschäftsführer Christian Kaiser und Vertriebsleiter Michael Nirschl speziell über dieses Rental-&-Used-Geschäft gesprochen sowie über die Rolle der SVG als Partner für Händler und Endkunden in jeder Projektphase.

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Wiederaufbereitung eines vier Jahre alten Fällbaggers mit zirka 1.000 Betriebsstunden für einen Kunden in Bulgarien – inkl. Schulung bei der SVG. (Bild: bd/Thiele)

bd: Herr Kaiser, warum hat Sennebogen eine eigene Vertriebsgesellschaft gegründet?

Kaiser: Das hat mehrere Gründe. Unter anderem hat die Entwicklung im Gebrauchtmaschinenmarkt hierbei eine Rolle gespielt: Zum einen ist der Absatz von Baumaschinen über die Jahre stark gestiegen, wodurch automatisch auch der Gebrauchtmaschinenmarkt an Bedeutung gewonnen hat. Zum anderen war es eine strategische Entscheidung: Händler sollten eine Lösung bekommen, wenn sie beim Verkauf neuer Maschinen gebrauchte Maschinen zurücknehmen. Gerade bei großen Maschinen ist das für einzelne Händler finanziell und organisatorisch oft schwierig.

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Vertriebsleiter Michael Nirschl (links) und Geschäftsführer Christian Kaiser (rechts) verantworten die Geschäfte bei der SVG. (Bild: bd/Thiele)

Welche Rolle spielt Ihre Gesellschaft im Verkaufsprozess von Maschinen?

Kaiser: Wir kommen ins Spiel, wenn beim Verkauf einer neuen Maschine eine gebrauchte in Zahlung genommen werden soll. In solchen Fällen unterstützen wir andere Händler, indem wir ein Angebot für die Gebrauchtmaschine abgeben und diese gegebenenfalls übernehmen. Wir kümmern uns anschließend um die professionelle Aufbereitung und den internationalen Weiterverkauf über unser Netzwerk.

Was macht den Handel mit großen Gebrauchtmaschinen besonders anspruchsvoll?

Nirschl: Bei großen Maschinen geht es schnell um mehrere hunderttausend Euro. Viele Händler wollen solche Geräte nicht selbst finanzieren oder in ihrem regionalen Markt wieder verkaufen. Deshalb braucht es Zugang zu größeren, internationalen Märkten. Wir bieten die Möglichkeit, diese Maschinen zu übernehmen, nach Herstellerstandards aufzubereiten und über unser Netzwerk global zu vermarkten.

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Refurbishment im Hause der SVG: Diese sechs Jahre alte Maschine mit 11.000 Betriebsstunden wird nach Originalunterlagen aufbereitet – neue Zylinder, Schlauchkupplungen und Lack. (Bild: bd/Thiele)

Welche Faktoren sind entscheidend beim Kauf einer Gebrauchtmaschine?

Nirschl: Ein wichtiger Punkt ist die Verfügbarkeit. Gebrauchtmaschinen sind häufig schneller verfügbar als neue. Außerdem spielt das Investitionsvolumen eine Rolle – nicht jeder Kunde kann oder möchte eine neue Maschine kaufen. Jeder sucht das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Dabei zählen Faktoren wie Baujahr, Betriebsstunden und der Gesamtzustand der Maschine. Jede Gebrauchtmaschine ist im Grunde ein Unikat.

In unserem Refurbishment-Programm bereiten wir Gebrauchtmaschinen nach definierten Hersteller-prozessen und Qualitätsricht-linien auf und bieten damit eine wirtschaftlich attraktive Alternative zur Neumaschine.

Gibt es im Gebrauchtmaschinenhandel Gewährleistungen oder Garantien?

Nirschl: Im B2B-Bereich gibt es allgemein keine Gewährleistung für Gebrauchtmaschinen. Deshalb setzen unsere Kunden auf uns als vertrauenswürdigen Partner. Jede Gebrauchtmaschine in unserem Portfolio wurde in unserem Refurbishment-Programm nach definierten Herstellerprozessen und Qualitätsrichtlinien von Sennebogen aufbereitet. Selbstverständlich ausschließlich mit Original-Ersatzteilen. Damit garantieren wir geprüfte Qualität und bieten eine wirtschaftlich attraktive Alternative zur Neumaschine.

Über welche Kanäle vermarkten Sie Ihre Maschinen?

Kaiser: Aktuell nutzen wir vor allem Onlineplattformen wie Mascus sowie teilweise Kleinanzeigen. Zusätzlich informieren wir Händler via Newsletter über verfügbare Maschinen. Parallel arbeiten wir an einer neuen Website, auf der künftig auch unsere Gebrauchtmaschinen präsentiert werden sollen.

Insbesondere bei größeren Unternehmen gibt es einen Trend zur Mietlösung. Viele Kunden möchten ihre Kosten besser planbar machen und bevorzugen deshalb feste monatliche Kosten statt einer großen Investition und späterem Wiederverkauf.

Kommen wir zum Mietgeschäft. Was zählt dabei und beobachten Sie einen Trend hin zur Miete?

Kaiser: Beim Mietgeschäft steht ein anderes Geschäftsmodell im Vordergrund. Hier kalkulieren wir Faktoren wie Einsatzdauer, Auslastung, Reparatur- und Finanzierungskosten. Wir unterscheiden zwischen Kurzzeitmieten – meist zwischen einem und sechs Monaten – und Langzeitmieten ab etwa neun Monaten. Insbesondere bei größeren Unternehmen gibt es einen Trend zur Mietlösung. Viele Kunden möchten ihre Kosten besser planbar machen und bevorzugen deshalb feste monatliche Kosten statt einer großen Investition und späterem Wiederverkauf. In den USA beispielsweise ist dieses Modell bereits weit verbreitet und wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend auch in Europa weiter verstärken wird.

Welche Faktoren treiben aktuell die Nachfrage nach Mietmaschinen?

Nirschl: Im Bau kommt es stark auf den Einsatzort und die Baustellenplanung an. Mietmaschinen werden genutzt, um Auftragsspitzen abzudecken oder Ausfälle zu überbrücken. Besonders im Hoch- und Industriebau sind sie unverzichtbar, da bestimmte Arbeiten nur mit speziellen Maschinen erledigt werden können.

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Diese Maschine war in der Lackaufbereitung im Einsatz und wartet auf die Wiederaufbereitung. Falsche Nutzung führte zu Schäden am Kühler und an Aluminiumteilen. (Bild: bd/Thiele)

Gibt es Maschinen, die besonders stark nachgefragt werden?

Kaiser: Die Nachfrage ist breit gestreut. Besonders gefragt sind Umschlagmaschinen und Kräne aller Art.

Welche Rolle spielen moderne Technologien und alternative Antriebe?

Kaiser: Wichtig ist, dass Händler und Bauunternehmen Zugang zu den neuesten Maschinengenerationen haben – ohne selbst Investitionsrisiken eingehen zu müssen. Elektromaschinen sind zunehmend gefragt, vor allem für Hallenarbeiten oder geschlossene Bereiche. Herausforderungen bleiben: eingeschränkte Akkulaufzeiten, hohe Anschaffungskosten und weniger Flexibilität im mobilen Einsatz. Stationäre elektrische Maschinen sind dagegen zuverlässig für längere Schichten einsetzbar. Langfristig gehen wir von einem Mix aus unterschiedlichen Antriebsarten aus. Entscheidend ist immer der konkrete Einsatzfall – Mobilität, Einsatzdauer und Standort bestimmen den optimalen Antrieb.

Steigt die Nachfrage aktuell durch neue Infrastrukturprojekte?

Nirschl: Im Kranbereich ja, im Bereich Umschlagmaschinen bislang nur sehr begrenzt. Viele Projekte befinden sich noch in der Planungsphase. Sobald Budgets freigegeben werden, erwarten wir jedoch eine steigende Nachfrage – insbesondere im Mietbereich zur kurzfristigen Überbrückung.

Herr Kaiser, Herr Nirschl, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Kerstin Thiele.

 

Info

Mehrschalengreifer feiert Weltpremiere auf der IFAT

Einen Einblick in das Portfolio an Recycling- und Abbruchmaschinen bietet Sennebogen auf der IFAT in Halle C5 am Stand Nr. 451 sowie auf dem VDMA-Freigelände. Weltpremiere feiert der Mehrschalengreifer MG4.1.