
Cat-Großmaschinen arbeiten unter Hochdruck
Das Darmstädter Kreuz – ein zentraler Verkehrsknoten in Hessen – passieren täglich rund 160.000 Fahrzeuge. Nachdem bereits die Nordrampe und das Zentralbauwerk erneuert worden waren, erfolgte nun auch der Abbruch des Bestandsbauwerks aus dem Jahr 1967. Mit den Arbeiten wurde im Auftrag der Eiffage Infra-Südwest erneut das Unternehmen Peter Kolb betraut. Zum Einsatz kamen dabei rund ein Dutzend Cat-Baumaschinen.

Parallel zu den Rückbauarbeiten war bereits ein neuer Stahlverbundbau mit drei Hohlkästen errichtet worden, der während des Abbruchs keinen Schaden nehmen durfte. Zur Gewährleistung eines ausreichenden Sicherheitsabstands wurden zunächst die Kragarme entfernt, bevor die schweren Baumaschinen mit dem eigentlichen Rückbau der massiven Betonbrücke mit einem Volumen von rund 3.200 m³ beginnen konnten.

Zentral zum Einsatz kamen ein Cat 395 Kettenbagger sowie eine 15-t-Abbruchschere. Unterstützt wurde der Großbagger von einem Cat 352, zwei Cat 340 sowie einem Cat 336F. Zunächst wurden die Brückenkappen zurückgebaut, anschließend folgte der Abbruch der Fahrbahnplatte. Im weiteren Verlauf konnten Pfeiler und Widerlager systematisch demontiert werden. Zur Sicherstellung eines reibungslosen Bauablaufs waren sowohl Maschinen als auch Fahrer exakt aufeinander abgestimmt. Jeder Maschinist arbeitete mit fest zugewiesenen Geräten und Positionen. Hydraulikmeißel zerkleinerten den Beton durch hohe Schlagenergie, Betonscheren trennten die Bewehrung, während Pulverisierer das Material weiter zerkleinerten.
Kein Routineeinsatz
„Die Herausforderung waren der enge Zeitplan und die Logistik“, erläutert Bauunternehmer Peter Kolb. Unterstützung erhielt das Team durch die Zeppelin-Niederlassung Hanau. Ein 24-Stunden-Bereitschaftsdienst stand zur Verfügung, um bei Maschinenausfällen ohne Zeitverzug eingreifen oder im Bedarfsfall ein Dieselaggregat bereitstellen zu können. „Auch für uns ist die Betreuung der Baumaschinen auf einer derart eng getakteten Baustelle, für die eine Autobahn gesperrt wurde, kein Routineeinsatz. Im Vorfeld sind umfangreiche Abstimmungen, Terminierungen und Vorbereitungen erforderlich.“, erklärt Werner Dölger, Serviceberater bei Zeppelin.

Bei Abbrucheinsätzen unter Dauerlast – insbesondere beim Einsatz von Hydraulikhämmern – wirken erhebliche mechanische und thermische Belastungen auf die Maschinen. Dies betrifft insbesondere Dichtungen, Hydraulikschläuche und zentrale Komponenten. Entsprechend wurde vorsorglich ein Anhänger mit Betriebsstoffen wie Motor- und Hydrauliköl, Kühlmittel sowie mit diversen Ersatzteilen vor Ort bereitgestellt, darunter auch OilQuick-Schnellwechsler und Schnellkupplungen. Zusätzlich wurde der Notdienst des zentralen Ersatzteillagers in Köln aktiviert. Die von Bernd Weidenweber, Gebietsverkaufsleiter bei Zeppelin in Hanau, bereitgestellten Baumaschinen wurden vier Tage vor Beginn der Abbrucharbeiten durch Servicetechniker aufgebaut und einsatzbereit gemacht. So wurde beispielsweise am Cat 395 der Stiel montiert, das Fahrwerk verbreitert und die für den Transport demontierten Laufstege wieder angebracht.
Das Flaggschiff der Flotte, der Cat 395, steuerte Peter Kolb. Der Kettenbagger kam nicht nur mit der Abbruchschere zum Einsatz, sondern übernahm auch die Verladung des Materials auf zwei Cat-Dumper 730C, die dieses in ein Zwischenlager transportierten. Dort wurde der Stahl vom Beton getrennt und anschließend in der unternehmenseigenen Recyclinganlage aufbereitet. Dank präziser Planung und abgestimmter Abläufe konnte das Unternehmen den eng gesteckten Zeitrahmen für den Abbruch einhalten – trotz eines vorausgegangenen Verkehrsunfalls mit Vollsperrung und verzögertem Baustellenbeginn.
