
Hagedorn treibt komplexen Infrastrukturausbau voran

Wie komplex moderner innerstädtischer Infrastrukturbau sein kann, zeigt das Großprojekt Südschnellweg in Hannover. Gemeinsam mit den Projektpartnern der Arbeitsgemeinschaft Südschnellweg setzt die Hagedorn Unternehmensgruppe dort zentrale Leistungen im Rückbau, Erdbau und Spezialtiefbau um. Besonders herausfordernd sind die Arbeiten in den tunnelnahen Bauabschnitten, in denen der Aushub unter Grundwassereinfluss erfolgt.
Ziel des Projekts ist die grundlegende Modernisierung der stark frequentierten Verkehrsachse. Kernmaßnahmen sind der Rückbau der bestehenden Hochstraße sowie die Herstellung eines Straßentunnels. Ein wesentlicher Meilenstein war der Rückbau der rund 484 m langen Bestandsbrücke im vergangenen Jahr. Seither konzentrieren sich die Arbeiten auf die Herstellung der Baugruben und die Vorbereitung der nachfolgenden Rohbaumaßnahmen unter komplexen innerstädtischen und geotechnischen Randbedingungen.

Auf der Südseite wurde unter anderem die Schlitzwand als wesentlicher Bestandteil der Baugrubensicherung hergestellt. Parallel dazu erfolgte der Rückbau der Bestandsgründung. Aufgrund eines bestehenden Kampfmittelverdachts kamen dabei präzise Trennverfahren wie Seilsägearbeiten zum Einsatz. Ein Schwerpunkt liegt derzeit auf den Aushubarbeiten. In einem Bauabschnitt wurden rund 55.000 m³ Boden in trockener Bauweise bis auf etwa 13,5 m unter Geländeoberkante ausgehoben. In den unter Grundwassereinfluss stehenden Bereichen erfolgte der Aushub hingegen unter Wasser. Dort wurden rund 35.000 m³ Material mithilfe von Geräten auf schwimmenden Pontons bewegt.

Aushubmaterial wird weiterverwendet
Das anfallende Material wird nach Möglichkeit im Projekt wiederverwendet. Rund 15.000 m³ Boden konnten für die Dammerweiterung eingesetzt werden. Parallel dazu laufen vorbereitende Arbeiten für die Herstellung von Verankerungen, unter anderem durch Voraushubmaßnahmen. Auch bestehende Infrastruktur musste an die Bauabläufe angepasst werden: So wurde die Straßenbahntrasse auf eine neue, geradlinige Führung über die Baugrube verlegt.
Technisches Highlight: Nassaushub und Unterwasserbetonage
An den Tunnelenden erfolgen die Arbeiten unter Grundwassereinfluss. Während zentrale Bereiche der Baustelle in trockener Bauweise hergestellt werden, werden die Baugruben in diesen Abschnitten geflutet betrieben. Dort wurde inzwischen die erste Unterwasserbetonsohle hergestellt. Sie dient als tragende und abdichtende Grundlage für die spätere Tunnelkonstruktion. Die Herstellung erfolgt mittels Unterwasserbetonage. Dabei wird der Beton kontinuierlich eingebracht und unter Begleitung von Tauchern kontrolliert verteilt. Ein unterbrechungsfreier Materialfluss ist erforderlich, um Entmischungen zu vermeiden und die geforderte Bauteilqualität sicherzustellen. Für einen Bauabschnitt wurden rund 1.600 m³ Beton in einem durchgehenden Betonageprozess eingebracht. Die Ausführung stellte hohe Anforderungen an die Baustellenlogistik und die Abstimmung der beteiligten Gewerke.

Mit den laufenden Maßnahmen werden die Voraussetzungen für die nächsten Bauphasen geschaffen. Das Projekt Südschnellweg zählt zu den bedeutendsten Infrastrukturvorhaben der Region Hannover. Das Gesamtvolumen beträgt rund 400 Mio. Euro; die Fertigstellung ist für etwa 2030 vorgesehen.
Anton Bartel, Projektleiter bei Hagedorn
„Die Arbeiten am Südschnellweg zeigen, wie komplex moderner innerstädtischer Infrastrukturbau ist. Besonders der Nassaushub und die Betonage unter Wasser erfordern eine präzise Planung, eingespielte Abläufe und höchste technische Expertise. Dass wir diese anspruchsvollen Leistungen unter laufendem Verkehr und schwierigen Rahmenbedingungen erfolgreich umsetzen, ist eine starke Teamleistung.“
