B388-Ortsumfahrung Taufkirchen –

Richard Schulz Tiefbau setzt auf durchgängig digitalisierte Vermessungsprozesse

Aus dem früheren Bauerndorf Taufkirchen (Vils) ist – bedingt durch die Nähe zu München – eine Vorstadt geworden, durch deren Ortsmitte sich täglich rund 20.000 Fahrzeuge schlängeln, um die kreuzenden Bundesstraßen zu nutzen. Bei den Erd- und Straßenarbeiten für die dringend notwendige Ortsumfahrung profitierte das beauftragte Unternehmen von einer digitalen Prozesskette.

Schlüssel für den beschleunigten Projektablauf sind Drohnentechnik und durchgängig digitale Prozesse. (Bild: Brandl GmbH Strassen- und Tiefbau)

Die neue B388-Ortsumfahrung ist 5,4 km lang. Die zweispurige Planung führt durch hügeliges Gelände und beinhaltet fünf Kreuzungen und Einmündungen mit Anschlüssen an das weitere Straßennetz sowie sieben Brücken und drei Durchlässe zur Querung von Straßen und Bächen. Zunächst hat Richard Schulz Tiefbau mit einer Drohne vom Typ DJI Matrice 4 Enterprise das Bestandsgelände aufgenommen. Mithilfe der Drohnenplattform Propeller wurden aus den georeferenzierten Bildern Geländeprofile erstellt. Anschließend erzeugte das Unternehmen mit Trimble Business Center die Daten für die 3D-Maschinensteuerung.

Gemischte Baumaschinenflotte

Für die anspruchsvollen Bauarbeiten setzt das Bauunternehmen eine gemischte Flotte verschiedener Hersteller, bestehend aus Raupe, vier Kettenbaggern sowie zwei Mobilbaggern ein. Sämtliche Maschinen sind mit Trimble Earthworks 3D Dual GNSS-Steuerungen mit Trimble MS796-Empfängern ausgestattet. Zusätzlich kommen ein Grader mit UTS-Steuerung für die Feinplanie und ein Minibagger mit Trimble Siteworks Machine Guidance zum Einsatz. Lage- und Höhenkontrollen führten die Experten sowohl mit der Drohne als auch mit GNSS-Rovern mit Trimble R780-Empfängern und Trimble TSC7-Feldrechnern durch. Über die eigene Basisstation mit einem Trimble R750-Empfänger war es möglich, allen Maschinen und Geräten auf der Baustelle Korrekturdaten zur Verfügung zu stellen.

Mit einer Drohne vom Typ DJI Matrice 4 Enterprise hat Richard Schulz Tiefbau das Bestandsgelände aufgenommen und mithilfe der Drohnenplattform Propeller aus den georeferenzierten Bildern Geländeprofile erstellt. Anschließend wurden mit Trimble Business Center die Daten für die 3D-Maschinensteuerungen erzeugt. (Bild: Brandl GmbH Strassen- und Tiefbau)

Trotz einiger Herausforderungen liegen die Erd- und Tiefbauspezialisten bisher gut im Zeitplan, damit die Ortsumgehung bis Ende 2027 fertiggestellt werden kann. Aufgrund der Streckenführung durch hügeliges Gelände mussten 0,5 Mio. m3 für den Massenausgleich bewegt werden, Torfboden über eine Strecke von 500 m wurde erst bei Beginn der Arbeiten entdeckt und muss entweder durch Bodenaustausch oder Vorbelastung bearbeitet werden, so dass der Untergrund tragfähig wird.

Fazit: Richard Schulz Tiefbau profitiert bei diesem anspruchsvollen Straßenbauprojekt von der schnellen Vermessung mithilfe der Drohnentechnik sowie von der digitalen Verarbeitung der Daten für die Maschinensteuerungen beim Aushub und Bodeneinbau. Trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen kann das Unternehmen den Zeitplan einhalten. „Mit rein analoger Arbeitsweise ohne digital integrierte Bauprozesse sind Projekte dieser Größenordnung und Komplexität kaum effizient umsetzbar“, sind sich die Verantwortlichen sicher. Die kontinuierlichen Investitionen in die Digitalisierung und vernetzte Prozesse haben sich somit gelohnt.