Erste Dommel-Fachtagung verbindet Fachwissen und Praxis

Im Mittelpunkt der ersten Fachtagung „Infrastruktur der Zukunft – Grabenlos. Wirtschaftlich. Sicher.“ der Firma Sanierungstechnik Dommel standen Strategien, Technologien und Praxisbeispiele für den langfristigen Werterhalt unterirdischer Infrastruktur. Es zeigt sich: Zusätzlich zu leistungsfähigen Verfahren braucht es vorausschauende Planung, neue Denkansätze und den Austausch aller Beteiligten.
Den fachlichen Kern der Veranstaltung bildeten fünf Vorträge, die sich dem langfristigen Werterhalt unterirdischer Infrastruktur aus verschiedenen Perspektiven näherten – von neuen Denkansätzen und interkommunaler Zusammenarbeit über Substanzbewertung und Qualitätssicherung bis hin zu konkreten Lösungen aus der Sanierungspraxis.
Substanzanalyse als Grundlage
Futurologe Max Thinius rückte mit seinem Vortrag „Die Zukunft kommt nicht – wir gestalten sie!“ die Bedeutung von Infrastruktur über ihre technische Funktion hinaus in den Fokus. Dabei zeigte er, welchen Einfluss eine leistungsfähige Infrastruktur auf die Lebensqualität hat und welche Potenziale entstehen, wenn gewohnte Lösungswege neu gedacht werden.
Den Blick auf die konkreten Herausforderungen der kommunalen Praxis richtete anschließend Beratungsunternehmer Markus Vogel. Unter dem Titel „Kommunen unter Druck – Daseinsvorsorge versus Dasein in Sorge“ beleuchtete er die interkommunale Zusammenarbeit angesichts wachsender Aufgaben und begrenzter Ressourcen.
Mit dem langfristigen Erhalt bestehender Netze beschäftigte sich Robert Stein, Geschäftsführer der Stein Infrastructure Management GmbH. In seinem Beitrag „Der Substanzwert – optimierte Investitions- und Instandhaltungs-Strategie statt ‚weiter so‘“ stellte er die Substanzanalyse als Grundlage für nachhaltiges Infrastrukturmanagement heraus. Statt erst zu reagieren, wenn Schäden weit fortgeschritten sind, gilt es, Zustand und Substanz frühzeitig zu erfassen, Prioritäten zu setzen und Investitionen gezielt zu steuern.
Konsequente Qualitätssicherung notwendig
Den Bogen zur praktischen Umsetzung spannten Florian Weis, Geschäftsführer der Firma Infrafact, und Phil Olbrisch vom Tiefbauamt der Stadt Bochum. Weis verdeutlichte, dass langlebige grabenlose Sanierungen neben dem geeigneten Verfahren auch eine fachgerechte Planung, Bauüberwachung und konsequente Qualitätssicherung erfordern. Dabei ging es auch um die Frage, wie viel Präsenz auf der Baustelle für eine wirksame Qualitätsüberwachung angesichts knapper Personalressourcen tatsächlich notwendig ist.
Olbrisch wiederum stellte unter dem Titel „Vom Verwalten zum Gestalten“ konkrete Beispiele aus der kommunalen Kanalsanierung vor. Anhand anspruchsvoller Maßnahmen und unterschiedlicher Sanierungsverfahren – darunter Tight-In-Pipe und Berstlining – veranschaulichte er, welche technischen Möglichkeiten auch unter besonderen Rahmenbedingungen bestehen. Dabei wurde deutlich, wie wichtig es ist, vorhandene Möglichkeiten auszuschöpfen und auch ungewöhnliche Wege zu prüfen.