Kanalerneuerung im Berstverfahren

Sanierungstechnik Dommel setzt Grundoburst 800G ein

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Erster Einsatz des neuen Grundoburst 800G in Steinfeld: Mit 80 t Zugkraft und kompaktem Aufbau ideal für innerörtliche Sanierungen. (Bild: Tracto Technik)

Im Auftrag der Gemeinde Steinfeld im Oldenburger Land hat die Firma Dommel einen 430 m langen Schmutzwasserkanal erneuert. Dafür setzte sie erstmals das Berstsystem – den Grundoburst 800G – ein. Die Tracto-Technik erlaubt punktuelle Baugruben statt offener Bauweise sowie präzises Arbeiten auf engem Raum und bei hoher Bodendichte.

Die Steinzeugrohre DN 200 im Schmutzwasserkanal in der Graf-von-Galen-Straße in Steinfeld (Oldenburg) sind mehrere Jahrzehnte alt. Zusätzlich zu deutlichen altersbedingten baulichen Schäden mehrte sich die hydraulische Überlastung des Kanals. Das machte eine Erneuerung zwingend notwendig.

Da der Kanal allerdings unter einem Gehweg mit angrenzenden Bäumen und Versorgungsleitungen verlief, wäre eine offene Bauweise nur mit erheblichem Aufwand und Eingriffen in die Oberfläche möglich gewesen. Dommel erneuerte den Schmutzwasserkanal deshalb im Berstverfahren. Durch den Einsatz der grabenlosen Technik konnte die Haltung in Neubauqualität vollständig und wirtschaftlich instandgesetzt werden, ohne die Straße auf voller Länge öffnen zu müssen.

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Das Berstverfahren ersetzt das Altrohr in gleicher Trasse – schnell, sicher und nahezu ohne Oberflächenaufbruch. In Steinfeld kam eine Kombination mit hydraulischem Vorschub zum Einsatz. (Bild: Sanierungstechnik Dommel)

In einem Arbeitsgang

Beim Bersten wird das vorhandene Rohrsystem über bestehende Schächte oder punktuelle Baugruben zugänglich gemacht. Dazu führen die Experten ein Altrohr in das Berstgestänge ein, das aus zugfest miteinander verkuppelten, leiterförmigen Stahlstangen besteht. An der Zugseite montieren sie einen Berstkopf, der das veraltete Rohr beim Rückzug des Gestänges aufbricht. Die Bruchstücke werden in das umgebende Erdreich verdrängt, während gleichzeitig das neue Rohr in die vorhandene Trasse eingezogen wird. Die Erneuerung erfolgt somit in einem Arbeitsgang: Aufbrechen der Altleitung und Einzug des neuen Rohrs.

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Das Quick-Lock-Gestänge überträgt die Zugkraft verlustarm – die robuste Technik sorgt für einen gleichmäßigen Einzug der neuen PP-HM-Rohre. (Bild: Sanierungstechnik Dommel)

Das Verfahren kann sowohl dimensionsgleich (gleicher Rohrdurchmesser) als auch dimensionsvergrößernd (größerer Durchmesser) ausgeführt werden. In Steinfeld wurde der neue Kanal in gleicher Trasse mit Rohren aus Polypropylen (PP-HM) DN 250 hergestellt. Wegen vieler angrenzender Versorgungsleitungen und einer hohen Bodendichte entschieden sich die Dommel-Fachleute dafür, die neuen Rohre nicht nur einzuziehen, sondern synchron auch einzuschieben. Durch diese Vorgehensweise konnte die Größe der Baugruben und das aufwändige Erstellen von Widerlagern für die Aufnahme der Zugkräfte reduziert werden.

Volle Kontrolle dank Echtzeitanzeige

Mit Hilfe einer Echtzeitanzeige der Vortriebskräfte in der Baugrube hatten die Fachkräfte vor Ort jederzeit die volle Kontrolle über den Berstvorgang. Die Aufzeichnung dieser Daten verschaffte zudem wichtige Informationen, als ein vorher unbekanntes Hindernis im Boden den Einzugsvorgang erschwerte. Durch die Kombination aus Zug- und Druckkräften konnte auch diese unerwartete Herausforderung professionell gemeistert werden. Das Berstverfahren ermöglichte so eine gezielte Vergrößerung des Leitungsquerschnitts bei gleichzeitig minimalem Eingriff in die Oberfläche. Während der gesamten Bauzeit wurde die Abwasserableitung über ein mobiles Pumpensystem sichergestellt, sodass der Betrieb des Kanalnetzes jederzeit gewährleistet blieb.

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Die neuen Kurzrohre aus PP-HM DN 250 zeichnen sich durch hohe Ringsteifigkeit sowie chemische Beständigkeit aus und bieten eine Lebensdauer bis zu 100 Jahren. (Bild: Sanierungstechnik Dommel)

Nachhaltig neu

Die Anbindung an die bestehenden Schachtbauwerke erfolgte über spezielle Schachteinführungen mit elastomerer Abdichtung, die eine dauerhaft dichte Verbindung gewährleisten. Nach Abschluss der Sanierung erfolgten Dichtheitsprüfung und TV-Inspektion, bevor die Haltung in das digitale Kanalkataster der Gemeinde übernommen wurde. Darüber hinaus überzeugte der neue Grundoburst 800G bei seinem ersten Einsatz durch hohe Arbeitsgeschwindigkeit, präzise Steuerung und einen reibungslosen Ablauf. Die kompakte Bauweise der Anlage ermöglicht grundsätzlich den Betrieb aus nur einer Baugrube in beide Richtungen – in Steinfeld wurde das Verfahren abschnittsweise mit mehreren Kopflöchern umgesetzt. Das verkürzt Bauzeiten deutlich und reduziert die Verkehrsbeeinträchtigungen auf ein Minimum.

Das Projekt zeigt, wie moderne grabenlose Verfahren zur nachhaltigen Erneuerung kommunaler Infrastruktur beitragen und dabei den Anforderungen der nächsten Jahrzehnte gerecht werden.

 

Der Grundoburst 800G

Das Berstsystem Grundoburst 800G von Tracto-Technik hat eine Zugkraft von 80 t und verfügt über ein Quick-Lock-Gestängesystem. Dank der kompakten Bauweise kann die Anlage in engen innerörtlichen Bereichen eingesetzt werden und reduziert die Zahl der erforderlichen Baugruben deutlich. Die Maschine arbeitet im statischen Berstverfahren, bei dem das Altrohr durch einen Berstkopf aufgebrochen und die Bruchstücke in das umgebende Erdreich verdrängt werden, während gleichzeitig ein neues Rohr in die freigewordene Trasse eingezogen wird. In Steinfeld wurde das Verfahren mit Kurzrohren aus PP-HM DA 280 Mal 18 Millimetern ausgeführt. Diese zeichnen sich durch hohe Ringsteifigkeit, chemische Beständigkeit und eine Lebensdauer von bis zu 100 Jahren aus. Die Maschine lässt sich per Fernbedienung von nur einer Person bedienen, was die Arbeitssicherheit erhöht und die Baustellenlogistik vereinfacht.