Caterpillar Bagger mit Assistenzsystem
Steuerungs- und Assistenzsysteme

Automatisierung markiert gewaltigen Technologiesprung

Was früher viel Zeit und Können erforderte wird heute von der Baggersteuerung schnell und präzise erledigt. Die Automatik stellt sogar flott ein exaktes Planum her; der Fahrer wird im Display in Echtzeit über die Lage der Löffelschneide informiert. (Bilder: Zeppelin)

Bei neuen Baumaschinen werden viele Funktionen durch Steuerungs-und Assistenzsysteme automatisiert. Immer mehr solcher Systeme werden auch nachgerüstet. Sie erleichtern die Bedienung und verkürzen den Einsatzverlauf.

  • Größter technischer Wandel in der Baumaschinen-Geschichte
  • Fahrer und Bediener brauchen neue Kompetenzen
  • Technik und Know-how von Automatisierungsspezialisten
  • Automatikbetrieb spart jede Menge Aufwand und Zeit
  • Mehr Teamwork von Mensch und Maschine

Baumaschinen können heute weitaus mehr als in allen Jahrzehnten zuvor: Sie nehmen dem Fahrer die Bedienung bestimmter Teilbereiche ab, bewegen Tieflöffel, Dozerschild, Graderschar, Frästrommel oder Fertigerbohle mehr oder weniger automatisch – und das mit höherem Tempo und mehr Präzision als ein noch so versierter Fahrer. Die Bezeichungen für die neuen Technologien aber sind entweder unzutreffend oder umständlich lang: Digitalisierung ist ebenso unzureichend wie smarte Maschine, und Fahrerassistenzsysteme oder 3D-Maschinensteuerungen sind lange Wortungetüme, die in der täglichen Baustellenpraxis nur ungern in den Mund genommen werden. Wir stehen also sprachlos vor dem größten technischen Wandel, den Baumaschinen in ihrer nun schon über 150-jährigen Geschichte durchlaufen haben. Alles, was ebnet und nivelliert, planiert, abzieht und einbaut, alles, was aushebt, aufschüttet und ausschachtet, lässt sich heute dank satellitengestützer Ortserfassung, fortschrittlicher Sensoren und schnellster, leistungsfähiger Rechnertechnik bestens erfassen, überwachen und in automatisierten Prozessschritten steuern. Und genau das eröffnet für die Baustellenpraxis wie für Fahrer und Bediener völlig neue Perspektiven.

MTS Baggernavi mit Tiltrotator-Anbindung
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Etliche Arbeiten verkürzen oder erübrigen sich, sei es das früher unverzichtbare Abstecken mit Pflöcken, das Spannen von Leitdrähten oder aufwendiges Nachmessen. Ebenso Vergangenheit sind arbeits-und zeitintensive Nacharbeiten wie Mehr-und Minderaushub, nachträglicher Materialeinbau oder Nachverdichtung. Das spart Maschinen-und Fahrerzeiten, nachträgliches Umsetzen von Maschinen und damit Fahrwege, mindert Verschleiß, Kraftstoffverbrauch und Betriebsstunden. Und die Maschinen stehen früher für andere Aufgaben zur Verfügung.

Die positiven, zeit-und kostensparenden Folgen von teilautomatisierten Baumaschinen und Maschinensteuerungen sind in ihrem ganzen Umfang noch kaum abzusehen – nicht nur für die Effizienz von Fahrer und Maschine, sondern auch für den kompletten Prozessablauf auf der Baustelle. Andererseits wandelt sich – langsam aber stetig – das Profil des Fahrers: Seine herkömmliche Fahrertätigkeit und sein bisheriges Können geraten in den Hintergrund, zugunsten des sicheren, kompetenten Bedienens von 2Dund 3D-Maschinensteuerungen, von Displays und Assistenzsystemen. Trotz noch so gut gemeinter Ansätze ist die neue Technik keineswegs stets selbsterklärend. Um den Wert und die Vorteile der Systeme bestmöglich auszuschöpfen, braucht es Schulungen und ausführliches Einarbeiten.