Neckar-Renaturierung

Nachgerüstete Leica-3D-Baggersteuerung vereinfacht Geländemodellierung

Vier Wochen hat der Landschaftsgestalter Nacken aus Baden-Württemberg die Maschinensteuerung iXE3 von Leica Geosystems getestet. Nun wird der Maschinenpark mit den 3D-Systemen ausgerüstet – und man sieht sich im Kerngeschäft Gewässerbau bestens für alle Herausforderungen gewappnet.

Hitachi-Bagger mit Leica Maschinensteuerung iXE3
Renaturierung am Neckar: Mit zwei Hitachi ZX250 LCN fertigt der Landschaftsbauer Nacken einen künstlichen Flussarm.

Vor den Testwochen stand eine Beratung durch Gökmen Durak von Kiesel Süd – wobei man sehr offen über die Vor- und Nachteile eines 3D-Steuerungssystems diskutierte, das Nacken an einem seiner Bagger installiert hatte. Durak wusste: Das geht besser – und arrangierte eine vierwöchige Teststrecke mit der iXE3-Lösung von Leica Geosystems.

Diese unterstützt den Fahrer mithilfe von 3D-Referenzmodellen und GNSS. Entwurfsdaten und Echtzeit-Informationen für Ab- oder Auftrag werden auf dem Display in der Fahrerkabine angezeigt und ermöglichen es, Baggerarbeiten schnell und präzise gemäß Vorlage auszuführen. Und zwar ohne die Kabine zu verlassen. „Was soll man sagen“, schmunzelt Gökmen Durak: „Aus dem Test wurde eine Bestellung über drei Steuerungen.“

Nacken ist auf Landschaftssicherung spezialisiert, Hochwasserschutz und die Renaturierung von Gewässern sind Schwerpunkte – was in der Ausführung viel Sorgfalt verlangt und mit der digitalen 3D-Ausstattung jetzt noch effizienter erledigt wird. Beispielsweise in Wendlingen: Hier wird ein Seitenarm des Neckars im Zuge einer Renaturierungsmaßnahme wieder hergestellt, um die Gewässerstruktur zu verbessern. Für die Arbeiten an der sensiblen Uferlandschaft setzt Nacken ihre beiden Hitachi ZX250 ein. Als Longfront-Version mit schmalem Unterwagen sind die Maschinen ideal für Arbeiten im Böschungsbereich geeignet.

Auf rund 8.000 Stunden hat es der ältere Bagger gebracht, der zweite – mit hochfahrbarer Kabine – zählt rund 7.700 Betriebsstunden. Damit sind sie bereits im letzten Drittel ihrer Einsatzzeit angelangt, bei etwa 10.000 Stunden steht der turnusgemäße Austausch an. Die Aufrüstung hat sich dennoch gelohnt: Mit der iXE3-Steuerung wird die Auslastung optimiert.

Naturschutz steht für die Landschaftsgestalter immer an oberster Stelle, dazu sind auch zahlreiche staatliche Auflagen zu beachten. „Ganz wichtig ist, die verschiedenen Bodenschichten getrennt abzutragen“, erklärt Bauleiter Cristoph Meister. Vor dem Ausschachten wurde die Tiefe der einzelnen Lagerschichten genau gemessen. Das erleichtert nicht nur den vorgeschriebenen Abtransport zur Deponie, sondern auch die Wiederverwertung vor Ort zur Geländemodellierung. Ergebnis: Oberboden, Unterboden und Gestein türmen sich jetzt fein sortiert entlang der Baustelle.

Leica-Baggersteuerung
Mit der Leica-Baggersteuerung wird die Aufgabe schneller und präziser erledigt – nicht nur im Gewässerbau.

Mit dem georeferenzierten Plan weiß der Maschinist nicht nur jederzeit, wie tief gegraben werden muss – die 3D-Steuerung hilft auch formen. Das Display visualisiert, wo sich die Baggerschaufel befindet, wie das Urgelände aussieht und wie das geplante Gelände aussehen soll. Beim Arbeiten mit dem Tiltrotator bekommt man so hilfreiche Impulse für das Formen von Kanten, Neigungen und Konturen. Auch hier vertraute Nacken auf die praxisnahe Beratung durch Gökmen Durak und Kiesel Süd: Passende Anbaugeräte wie Grabenraumlöffel und Böschungslöffel stehen schon parat, um die Böschung dauerhaft haltbar zu machen.

Die Investition spart Mannstunden ein

Auch Polier Sascha Jennewein schätzt die Erleichterungen mit der digitalen Technologie: „Im Plan stehen 80 cm Gesamtaufbau für das Bachbett. Bislang brauchte man immer noch einen Mitarbeiter, der misst und nivelliert. Mit der Baggersteuerung und GNNS sparen wir uns diese Schritte.“ Die Steuerung zeigt dem Maschinisten, wenn die Soll-Werte erreicht sind. „Leica hält die Bedienung wirklich sehr einfach und verständlich“, bestätigt Jennewein. Eine Schulung durch den Hersteller habe das Team zudem sehr gut vorbereitet. Die Investition hat sich also gelohnt: Wertvolle Mannstunden werden eingespart, da das Einmessen der Höhe und Lage permanent durch die GPS-3D-Steuerung erfolgt. Bei Nacken möchte man die digitale Unterstützung jedenfalls nicht mehr missen: mehr Effizienz, beste Ergebnisse und eine jederzeit nachvollziehbare Dokumentation.

Galabau Halle 7A, Stand 516