Avant Radlader mit Abbruchzange
Minibagger und Kleinlader

Bärenstarke Kompaktmaschinen im Abbruch

Radlader sind bei Abbruch und Entkernungen mobiler und damit schneller als Bagger. Der Avant 750 arbeitet dank seines teleskopierbaren Hubarms mit großer Reichhöhe und -weite, was auch für den Fahrer sicherer ist. (Bild: Avant)

Bei Abbruchmaschinen denkt man meist an tonnenschwere Bagger mit hoch und weit reichenden Auslegern sowie speziellen Abbruchwerkzeugen. Dabei sind gerade kompakte Baumaschinen mit passender Anbauausrüstung ideale Helfer für Abbruch, Entkernung und Sanierung. Ob Minibagger, Kleinlader oder ferngesteuerter Werkzeugträger: Sie überraschen mit beachtlichen Leistungen.

Natürlich sind von Minibaggern, kompakten Radladern und winzigen Sondermaschinen keine Wunder zu erwarten, weder bei Reichhöhen und -weiten noch bei den Tragkäften, um die angebauten Werkzeuge stemmen zu können. Dennoch besitzen sie einen großen Trumpf, mit dem sie auch noch so spektakuläre Abbruchgiganten in den Schatten stellen: Sie überzeugen überall dort, wo an schlecht zugänglichen Stellen ausgewachsene Maschinen nicht mehr hinpassen oder hinreichen und daher umständliches, zeitraubendes manuelles Arbeiten unvermeidbar ist.

Besonders in Ballungsgebieten werden Abbruch- und Sanierungsarbeiten immer anspruchsvoller – und damit die zerstörerischen Fähigkeiten von Minimaschinen zunehmend gewürdigt. Immer diffizilere Projekte, sogar selektiv in einzelnen Stockwerken oder in Kellern und stets knapp kalkuliert, führen zur durchgehenden Rationalisierung und Mechanisierung auch kleinster Aufgaben. Außerdem verlangen zahlreiche Auftraggeber, Behörden und gesetzliche Auflagen, dass innerstädtische Abbrucharbeiten nunmehr staub-, lärm- und vibrationsfrei durchzuführen sind. Das können in vielen Fällen nur Minimaschinen.

Wacker Neuson DT10e Elektrodumper
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Ausbruch und Schuttmassen beispielsweise lassen sich nicht nur mit Schuttrutschen aus Gebäuden abtransportieren, sondern oft besser mit Krankübeln und kompakten, handgeführten Raupendumpern. Die klettern mit ihren griffigen Gummiketten leer wie beladen treppauf und treppab. Dank geringer Breite passen solche Minikipper durch jede Innentür. Die Raupenketten verteilen das Gesamtgewicht ausreichend, damit die Zwischendecken nicht ächzen. Überhaupt spielt das Gewicht bei Arbeiten auf Dächern und Etagendecken oft eine große Rolle, weil die zulässigen Deckenlasten nicht überschritten werden dürfen. Arbeiten mehrere Minimaschinen im Team, addieren sich zu ihrem Eigengewicht die Gewichte und dynamischen Kräfte der herabfallenden Schuttmassen. Gefragt sind daher Fliegengewichte, ein sorgfältiges Ermitteln des Bodendrucks der Maschinen sowie eventuell lastverteilende, großflächige und leichte Alu- oder Kunststoffmatten.

Oft härtere Bedingungen als im Steinbruch

Dabei sind die meisten Minibagger und Kleinlader für den Erd-, Tief-, Straßen- und Galabau ausgelegt, nicht aber für Bedingungen, die oft härter sind als im Steinbruch. Eine gute Anpassung an die spezifischen Anforderungen beim Abbruch ist nicht immer einfach, weil manche Anbieter für ihre Maschinen längst nicht alle nötigen Optionen im Programm führen. Umbauten in Eigenregie, in der Betriebswerkstatt oder erst vor Ort, wenn sich Probleme zeigen, sind teuer und zeitintensiv. Wurden Maschinen eigentlich für leichtere Arbeiten konzipiert, sollte man einige technische Details genauer betrachten. Das beginnt bei der Motorisierung: Genügt etwa der serienmäßige Dieselmotor oder muss eine andere Antriebsversion gewählt werden, weil häufig in geschlossenen oder schlecht belüfteten Räumen und Kellern gearbeitet wird. Hier ist eine Umrüstung auf Abgasreiniger, Katalysator, Gas- oder Elektroantrieb möglich. Manche Hersteller wie Caterpillar, Takeuchi und Wacker Neuson bieten Minibagger, die wahlweise elektrisch oder mit Dieselmotor betrieben werden können, Bobcat einen gänzlich elektrisch angetriebenen Minibagger. Von Kramer, Wacker Neuson sowie Weber Baumaschinen und Fahrzeuge sind zudem elektrische Rad- oder auch Minilader erhältlich, von Avant und Hesse Maschinen- und Gerätevertrieb gasgetriebene Kleinlader.

Bei fast allen Mini- und Kompaktbaggern, Klein- und Kompaktladern schwingen und pendeln Hydraulikschläuche an Ausleger, Stiel oder Hubarm. Ebenso leicht wie überraschend reißen die ab oder werden beschädigt, zumal sie wegen der überall kleinen Dimensionen und Reichweiten oft auf Tuchfühlung mit scharfkantigen Betonbrocken und Armierungen gehen. Manchmal sind flexible Abschnitte der Hydraulikschläuche serienmäßig oder optional durch eng gewickelte Drahtspiralen geschützt. Abschnittweise können Hydraulikleitungen auch geschützt im Auslegerkopf verlaufen. Optional bieten einige Baggerhersteller außerdem Schutzabdeckungen für die Löffel- und Stielzylinder an. Manch kleines Detail kann im Alltag teure Ausfälle und Reparaturen erübrigen.

Kleinmaschinen müssen im Abbruch auch ausreichend von unten geschützt sein. Das betrifft die Unterwagen von Mini- und Kompaktbaggern ebenso wie Radlader, vornehmlich knick- und allradgelenkte, die sich auf oder dicht neben Bauschutt durch herausragenden Armierungen Hydraulikschläuche, Gelenke, Wellen, Lager oder andere Komponenten beschädigen können. Außerdem empfiehlt sich bei Radladern eine spezielle, gegen Schnitzer und Plattfuß unempfindliche Bereifung, ob mit Ausschäumung oder Gel oder patentierten Air-Boss-Segmentreifen. Nicht zu vergessen sind starke LED-Arbeitsscheinwerfer, die nachträglich geschützt an Ausleger oder Hubarm angebracht werden sollten. Viele Abbrucharbeiten sind in schlecht ausgeleuchteten, dunklen Bereichen auszuführen, etwa stromlose Stockwerke oder Keller. Aufstellbare Scheinwerfer und Stromquellen sind dann meist nicht kurzfristig verfügbar, Scheinwerfer auf dem Kabinendach oft nicht so wirksam wie erhofft, weil der vorbeistreichende und hochreichende Ausleger, Hubarm oder das Werkzeug Schatten werfen.

Auch der Mensch muss bei Abbrucharbeiten unbedingt ausreichend geschützt sein: Bei offenen Minibaggern und Kleinladern tut dies ein Überrollbügel, möglicherweise mit zusätzlichem Schutzgitter, bei geschlossenen Maschinen eine ROPS/FOPS-Kabine oder ein entsprechend starker Zusatzrahmen. Der Überrollbügel ist oft klappbar, um beim Umsetzen die Durchfahrhöhe so gering wie möglich zu halten.