Komatsu-Bagger mit Anbauverdichter und Tiltrotator von Engcon
Bagger-Anbauverdichter

Füreinander geschaffen

Verdichtungskombination mit großem Potenzial: Ein Komatsu-Kompaktbagger mit Anbauverdichter und Tiltrotator von Engcon bearbeitet von einem Standort aus mit seinem Ausleger fast die gesamte Fläche einer verfüllten Schachtgrube. (Bild: Engcon)

Bagger mit Anbauverdichtern erledigen im Erd-, Tief- und Leitungsbau eine ungewohnte, gänzlich andere Verdichtung als handgeführte Stampfer, Rüttelplatten und Grabenwalzen – und zwar deutlich effektiver und effizienter.

  • Bagger und Anbauverdichter harmonieren in produktiver Liaison
  • Anderer Prozess als mit Stampfer oder Rüttelplatte
  • Mit hoher Reichweite flexibel über alle Hindernisse
  • Weniger Aufwand bei deutlich höherer Sicherheit
  • In Kombination mit dem Tiltrotator noch viel wendiger

Die auf Baustellen schon seit Jahrzehnten bewährte Verdichtungstechnik kennt Asphaltwalzen, Walzenzüge für den Erdbau sowie handgeführte Geräte wie Stampfer, Rüttelplatten und kompakte Walzen. Eine noch recht junge, innovative Methode zur Graben- und Bodenverdichtung ergibt sich durch Bagger mit Anbauverdichtern. Oft herrscht hierüber aber noch Unklarheit, zudem halten sich hartnäckig Vorurteile über Technik und Anwendung. So ist ein Anbauverdichter am Schnellwechsler des Baggerauslegers eben nicht einfach nur eine Rüttelplatte ohne Führungsdeichsel, die etwas modifiziert wurde, um am Bagger arbeiten zu können. Das Verdichten erfolgt nämlich auf völlig andere Weise als bei Stampfer, Rüttelplatte oder Kleinwalze. Diese Technik  sorgt für erheblich mehr Wirktiefe, reduziert daher beim Einbau und Rückverfüllen auch die Anzahl der erforderlichen Schüttlagen – was Zeit, Kosten und Energieaufwand spart – und birgt ein dickes Paket weiterer Vorzüge.

Gravierende Unterschiede gegenüber allen anderen Verdichtungsmethoden und -maschinen gibt es beim Wirkungsradius: Das Verdichtungsgerät wird an einem langen Arm geführt, es kann jederzeit – der Reichweite des Auslegers entsprechend – beliebig weit abgesenkt oder angehoben sowie auch geschwenkt werden, Hindernisse überspannen und an schwer zugängliche Stellen gelangen; sowohl weit oberhalb als auch tief unterhalb des Standniveaus, an steilen Böschungen, hinter Zäunen, Hecken, Mauern oder Leitplanken. Viele solcher Bereiche sind für handgeführte Verdichter kaum oder gar nicht zugänglich oder erfordern zumindest ein aufwendiges Sichern mit Seilen und anderen Geräten. Das sollte bei jeder Projektplanung bedacht werden.

MTS-Anbauverdichter V8 X3
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Welchen Stellenwert führende Vermieter in der Baubranche dieser Methode beimessen, zeigt beispielsweise das im Mai geschlossene Abkommen zwischen Zeppelin Rental und MTS Maschinentechnik Schrode aus Hayingen, demzufolge der Vermieter seine 55.000 Artikel umfassende Produktpalette um MTS-Anbauverdichter ergänzt. „Entscheidendes Argument war das robuste Drehwerk mit seinem Oilquick-Schnellwechseladapter“, so Dirk Feyerabend, Bereichsleiter Zentraleinkauf bei Zeppelin Rental. „Zum einen muss ein Drehwerk enorme Kräfte aushalten, um den Verdichter auch bei schwierigen Böden sauber in der Spur zu halten. Zum anderen fordert der Markt immer deutlicher hochwertige vollhydraulische Lösungen. So lag es nahe, uns MTS als Innovationsführer für Verdichtungstechnologien an die Seite zu holen.“ Den Schwerpunkt für die MTS-Anbauverdichter sieht Feyerabend im Böschungs- und Kanaltiefbau, also dort, wo es eng und tief wird und automatisierte Werkzeugwechsel die Arbeit erleichtern und Gefahren minimieren können.

Mit zunehmender Verbreitung steigt mittlerweile auch die Anzahl der Hersteller. Neuling darunter ist Steelwrist aus Schweden, auch in Deutschland inzwischen bekannt für Tiltrotatoren, zudem für Schwenkmotoren, Schnellwechsler und andere Anbaugeräte. Hervorgehoben wird bei den neuen Anbauverdichtern der Anstellwinkel von 15° für gute Kraftverteilung, die Druck- und Durchflussmengen-Kontrolle zur Überlastsicherung und der Exzenterantrieb mit Permanentschmierung. Dynaset aus Finnland, namhafter Hersteller diverser Spezial- und Anbauausrüstungen, präsentierte unlängst seine neuen Anbauverdichter der Baureihe HVC. Der kompakte HVC 70 wiegt nur 98 kg und wirkt mit 70 kN Fliehkraft und 35 Hz Frequenz auf den Untergrund ein. Durch das geringe Gewicht wird viel Verdichtungsenergie direkt in den Boden geleitet, ohne in einer großen Eigenmasse absorbiert zu werden.

Fast zwei Dutzend Hersteller sind heute am deutschen Markt präsent, darunter Ammann, Atlas Copco, Caterpillar (Zeppelin Baumaschinen), Chicago Pneumatic, Dynaset (PT-Hydraulik Vertrieb, Peiting), Engcon, FRD Furukawa Rock Drill, Ghedini (HPV Deutschland Erwin Riedelsberger, Ehekirchen/Walda), Kinshofer aus Waakirchen, MTS Maschinentechnik Schrode, NPK (Schlüter Baumaschinen, Erwitte), Rototilt, Schwarz Baumaschinenteile aus Kassel, Steelwrist, Simex (Baumatex, Lohmar), Skancraft (Mörtlbauer Baumaschinen, Fürstenzell), Stehr aus Schalmtal, UAM Helmut Uhrig Straßen- und Tiefbau aus Geisingen sowie Wimmer International aus Thalgau in Österreich. Allerdings bieten längst nicht alle sämtliche Arten von Anbauverdichtern, sondern in den meisten Fällen ausschließlich Vibrationsplatten. Seltener sind schmale Verdichtungsschuhe für Engstellen zwischen Rohr und Grabenwand oder auch sogenannte Doppelfußverdichter wie von MTS mit zwei Bodenplatten, die das Rohr wie eine Brücke überspannen und beidseitig verdichten. Hinzu kommen statisch oder vibrierend wirkende Verdichterräder mit Glattmantel- oder Stampffußbandage.