Innovationswettbewerb mit Rekord-Beteiligung
Lesezeit: 3 Min.

Dynapac, Abaut und die Bauhaus-Universität Weimar sind die Gewinner des VDBUM-Förderpreises 2026. Der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik (VDBUM) hat den Branchenpreis anlässlich des 54. Großseminars in Willingen vergeben.
Dass der deutsche Erfindergeist lahmt, kann die Jury des VDBUM-Förderpreises nicht im Geringsten bestätigen. 53 Bewerbungen und damit mehr als je zuvor waren für den Innovationswettbewerb 2026 zu bewerten. „Und nicht nur die Masse stimmte, sondern auch die Klasse“, sagte VDBUM-Vorstand Prof. Jan Scholten. Mit dem Preis fördert der Verband innovative Ideen und Projekte und macht sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich. Vergeben wird die Auszeichnung in den drei Kategorien:
- „Innovationen aus der Praxis“
- „Entwicklungen aus der Industrie“ sowie
- „Projekte aus Hochschulen und Universitäten“.
Die Expertenjury bewertet die Beiträge nach den Hauptkriterien Innovation, Sicherheit/Ergonomie/Umwelt, Wirtschaftlichkeit, technischer Anspruch und Praxisrelevanz. In zwei Kategorien trennten den Gewinner und den Viertplatzierten in der Jurybewertung nur Dezimalstellen, was aufzeigt, auf welch hohem Niveau die Einreichungen lagen.

Gewinner der Kategorie „Entwicklungen aus der Industrie“ ist in diesem Jahr der Elektro-Großfertiger SD25 80C e von Dynapac, vertreten durch Marten Buse. „Hier wurde nicht ein konventioneller durch einen alternativen Antrieb ersetzt, sondern es handelt sich um die konsequente Entwicklung einer elektrischen Maschine“, sagte Prof. Jan Scholten. Der zweite Platz ging an die Firma Hamm, der dritte Platz an Manitou Deutschland.
In der Kategorie „Projekte aus Universitäten und Hochschulen“ gab es mit der TU Darmstadt und der TU Dresden zwei Zweitplatzierte. „Road2Go: GST digital“, eine Masterarbeit von Claudia Föllmer von der Bauhaus-Universität Weimar, gewann die Kategorie. Sie hat eine praxisorientierte Digitalisierungsroadmap zur Vereinfachung von Genehmigungsprozessen für Großraum- und Schwertransporte entwickelt. „GST-Genehmigungen to go – das wäre schön bei über 400.000 jährlich auszustellenden Transportgenehmigungen“, sagte Prof. Jan Scholten. In Vertretung von Claudia Föllmer nahm Prof. Dr.-Ing. Jürgen Melzner von der Bauhaus-Universität Weimar den Preis entgegen.
Neue Telematiklösung überzeugt das Publikum

In der Kategorie „Innovationen aus der Praxis“ hatte das Publikum – 910 Gäste der Abendgala – die Wahl unter drei Nominierten, die ihre Innovation jeweils in einem dreiminütigen Kurzvortrag vorstellten. Sebastian Kaluza von Abaut präsentierte „die nächste Generation der Telematik“, Roland Dostler von der Adam Hörnig Baugesellschaft erläuterte das „Verschub-Monitoring-System“, eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Überwachen der Pfeilerkopfauslenkung und Überbaulage im Neu- und Rückbau von Brücken. Tobias Schroth von Leonhard Weiss beschrieb das „Greifersystem Bahntunnel“, eine Eigenentwicklung, durch die eine Trennwand in einem Eisenbahntunnel realisiert wurde, um Fledermäuse zu schützen, die sich dort angesiedelt hatten. Die Führungskräfte der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik machten per E-Voting-Abstimmungsgerät von ihrem Mitspracherecht Gebrauch und wählten „die nächste Generation der Telematik“ mit 40,34 % zum Siegerbeitrag.