Um Reichweiten und -tiefen und damit das Einsatzspektrum von Hydraulikbaggern zu vergrößern, entwickeln Hersteller und spezialisierte Zulieferer ausgeklügelte Sonderausleger – in großer Artenvielfalt und mit erstaunlichen Fähigkeiten.

 

  • Sonderausleger verschaffen Baggern unglaubliche Aktionsradien
  • In der Tiefe sind Hydraulikbagger anderen Maschinen überlegen
  • Deep-Reach-Bagger für Grabtiefen bis 40 m
  • Teleskopierbare Stiele meistern fast jede Anforderung
  • Wechselausleger erhöhen die Einsatzflexibilität

Manchmal braucht es Bagger mit möglichst großer Reichweite oder -tiefe: beim Anlegen und Profilieren von Böschungen wie zum Hinterfüllen schwer zugänglicher Stellen, beim Ausbaggern von Gräben wie zur Vertiefung von Gewässern, dazu kommt das tiefe Baggern in Schächten und Baugruben. Besonders heikel wird’s für herkömmliche Bagger, wenn es ordentlich abwärts gehen soll. Zunehmend mehr Bauarbeiten erstrecken sich nämlich nicht wie gewohnt in die Fläche oder in die Höhe, sondern ins tiefe Reich unter unseren Füßen. In den Städten wird Platz immer knapper und kostbarer, deshalb muss auch der Raum unter dem Bodenniveau genutzt werden – ob mit Tiefgaragen, Shopping-Centern, U-Bahnen oder überdeckelten Straßen. Dazu kommen Startschächte für den innerstädtischen Tunnelvortrieb oder das Ausschachten und Sichern extrem tiefer Baugruben.

Bei den meisten dieser Aufgaben müssen Bagger mit konventionellen Auslegern passen, wegen des Platzbedarfs auch weit reichende Long-Reach-Bagger. Bestenfalls noch Seilbagger erreichen die geforderten Grabtiefen. Aber deren Grabwerkzeug – fast immer ein Zweischalengreifer, denn Schleppschaufeln benötigen zu viel Platz vor dem Bagger – ist nicht so präzise zu führen wie beim Hydraulikbagger, was das Ausschachten verzögert und Nacharbeiten verlangt. Außerdem dringt ein Greifer am Seilbagger nur mit seinem Eigengewicht und dem Schwung beim Absenken in den Boden ein. Am Teleskoparm werden die Greiferschneiden dagegen kraftvoll hydraulisch in den Boden gepresst, der in größeren Tiefen meist sehr fest gepackt ist. Deshalb erzielen die Greifer deutlich bessere Füllungsgrade und fördern somit bei jedem Arbeitstakt mehr Aushub an die Oberfläche.

Raupenbagger Cat 336F mit Teleskopstiel
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Genau deshalb haben tief reichende Hydraulikbagger gegenüber Seilbaggern gravierende Vorteile – ebenso gegenüber Auto- oder Turmdrehkranen, mit denen sich eine weitere Methode bietet, Aushubkübel aus großen Tiefen nach oben zu befördern. Da Autokrane weit ausladende Abstützungen haben, werden Turmkrane bevorzugt, doch auch die müssen montiert und demontiert werden, meist auch mit einem Autokran. Zudem muss der Kübel am Schachtboden von einer Kompaktmaschine wie einem Rad- oder Raupenlader oder Minibagger gefüllt werden – eine zeitraubende Methode, auch weil solche Maschinen in härteren Böden kaum die nötigen Grabkräfte aufbringen können.