Bobcat-Demo-Days 2026, Teil II

Neue und bewährte Kompakt-Raupenlader

Im zweiten Teil unserer Berichterstattung über die Demo-Days 2026 geht es um Kompakt-Raupenlader. In diesem Segment präsentierte Bobcat mit dem T 650 die Neuauflage eines Klassikers und auch die erfolgreichen Modelle der aktuellen R-Serie haben ein Update erfahren.

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Vorführfahrer Robby Bosch testet, was der T 650 im anspruchsvollen Gelände draufhat. Sein Fazit: Eine stabile und grundsolide Maschine. (Bild: bd/Bömer)

Wie bereits erwähnt, liegt der größte Mehrwert der Bobcat Demo-Days in der Möglichkeit, innerhalb kürzester Zeit unterschiedliche Maschinen zu erleben. Genau dieser direkte Vergleich sorgt immer wieder für neue Erkenntnisse. Besonders spannend wird es, wenn ein befreundeter und erfahrener Praktiker mit vor Ort ist und man sich laufend über Eindrücke und Erfahrungen austauschen kann. In diesem Fall hatte ich das Glück, von Robby Bosch begleitet zu werden. Er war jahrzehntelang als Vorführer für Bobcat auf unzähligen Baustellen und Messen unterwegs und verfügt daher über einen immensen Erfahrungsschatz, wenn es um den praktischen Einsatz von Kompaktladern geht.

Klassiker mit Stufe-V-Dieselmotor

Als zu Beginn der 2020er Jahre die Umstellung auf die Stufe-V-Motoren anstand, nutzte Bobcat die Gelegenheit, seine größeren Kompaktlader grundsätzlich neu zu konzipieren. Das Ergebnis war die aktuelle R-Serie. Diese hat in Bezug auf Leistung, Komfort und Haltbarkeit zweifelsfrei neue Maßstäbe gesetzt. Zu den besonderen Stärken der neuen Baureihe gehört vor allem der Einsatz leistungsfähiger Anbaugeräte und deren Konfiguration über ein komfortables Touch-Display.

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Durch die geänderte Geometrie des Vertikal-Hubgerüstes, bewegen sich lediglich die schlanken Hubarme an der Freisicht-Kabine vorbei. (Bild: bd/Bömer)

Nun gibt es allerdings für den Einsatz von Kompaktmaschinen eine große Bandbreite an Anforderungen, die sich teilweise sogar widersprechen. Es kann also unter Umständen schwierig werden, allen Kundenwünschen mit einer hochspezialisierten Maschine gerecht zu werden. Wer den Kompaktlader beispielsweise überwiegend für Transportaufgaben auf der Baustelle mit Schaufel und Gabel einsetzt, dürfte mit einer vernünftigen Grundausstattung bereits sehr zufrieden sein. Gleiches dürfte für die allermeisten Betreiber von Mietmaschinen gelten. Nicht zuletzt auf Anregungen aus der Kundschaft hat sich Bobcat daher dazu entschlossen, ein bewährtes Modell der legendären M-Serie wieder aufleben zu lassen. Dem Entwicklerteam in Dobríš ist es dabei gelungen, einen aktuellen Stufe-V-Dieselmotor in den T 650 zu integrieren. Für den Rahmen und das Vertikal-Hubgerüst verbaut der Hersteller die bewährten Stahlbau-Komponenten weiterhin als Schweißkonstruktion. Der Antriebsmotor wurde in alter Bobcat-Tradition quer eingebaut, weshalb die Hydraulikpumpe über einen Riemen angetrieben wird.

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Verschlusssache. Der T 650 besitzt wieder die bewährte Hecktür aus massivem Stahlblech. Allerdings ist dort jetzt serienmäßig eine Heck-Kamera integriert. (Bild: bd/Bömer)

Dem langjährigen Bobcat-Anwender ist natürlich sofort aufgefallen: Mit dem T 650 ist die massive Stahl-Hecktür zurückgekehrt. Sie ist ausgesprochen stabil und steckt alle Rempler, die bei bestimmungsgemäßem Gebrauch auftreten, mühelos weg. Unten gibt es zusätzlich noch eine leicht vorstehende Stoßleiste, die vertikale Hindernisse vom Lader fernhält. Zu Zusammenstößen muss es jedoch gar nicht erst kommen, denn der neue T 650 ist jetzt serienmäßig mit einer Rückfahrkamera ausgestattet.

Die High-End-Lader

Ebenfalls bei den Demo-Days vertreten waren natürlich die aktuellen Lader der R-Serie. Wenn man sie mit einem einzigen Begriff beschreiben sollte, dann wohl mit diesem: gediegen. Viele Komponenten, die bei der M-Serie noch als Schweißkonstruktion ausgeführt wurden, bestehen heute aus Stahlguss. Das sieht nicht nur hochwertig aus, sondern ist auch langlebiger und ermöglicht eine schlankere Gestaltung des Hubgerüsts. Letzteres verbessert zugleich die Sicht aus der Kabine – ein entscheidender Vorteil bei Kompaktladern. Der Bob-Tach-Schnellwechsler besteht jetzt ebenfalls aus Guss, was den Verschleiß an diesem hoch belasteten Bauteil zusätzlich reduzieren dürfte. Da der Antriebsmotor nun in Längsrichtung eingebaut wird, kann die Hydraulikpumpe direkt angeflanscht werden. Der bislang übliche Riemenantrieb entfällt dadurch. Bei den Maschinen der R-Serie bildet die Kabine erstmals eine in sich geschlossene Einheit. Das wirkt sich positiv auf das gesamte Bedienerlebnis aus. Die Lärmbelastung im Innenraum wird nochmals spürbar reduziert, außerdem können deutlich weniger Staub und Hitze eindringen.

Optional ist jetzt auch eine Freisicht-Kabine erhältlich, bei der die Seitenscheiben aus abriebfestem Polycarbonat bestehen. Das verbessert die Rundumsicht erheblich und steigert das Wohlbefinden deutlich, weil die klassische Gitterkäfig-Atmosphäre vollständig entfällt. Überhaupt gibt es in der Kabine jede Menge zu entdecken. Sofort fällt auf, dass das Layout der Bedienelemente überarbeitet wurde. Manches, was bei Bobcat seit Generationen links oben zu finden war, befindet sich nun auf der rechten Konsole – daran gewöhnt man sich allerdings schnell. Besonders erfreulich: Die R-Serie verfügt nun endlich über einen zweistufigen Parallelhub. Das bedeutet, dass beispielsweise eine Palettengabel auch beim Absenken in waagerechter Position bleibt – eine ausgesprochen praktische Verbesserung.

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Keine toten Winkel. Auf den 8-Zoll Display werden zusätzlich zur Heck-Kamera auch die Bilder der Seiten-Kameras wiedergegeben. Kollisionen wird damit wirksam vorgebeugt. (Bild: bd/Bömer)

Es lohnt sich außerdem, das Menü einmal in Ruhe durchzublättern. Was verbirgt sich beispielsweise hinter der Funktion Auto Throttle? Dabei wird die Motordrehzahl proportional zur Auslenkung der Joysticks erhöht. Wer das Fußgas nicht ständig bedienen möchte, dürfte diese Funktion schnell zu schätzen wissen. Gleichzeitig läuft der Motor nicht mehr permanent mit Nenndrehzahl wie bei älteren Maschinen. Eine weitere interessante Funktion ist das Negativ-Gas. Wird sie aktiviert, dient das Fußpedal – ähnlich wie bei einer Raupe – zur Reduzierung der Motordrehzahl. Es zeichnet sich also schnell ab: Die Maschinen der R-Serie sind eher nichts für reine Vollgas-Maschinisten. Dafür bieten sie schlicht zu viele Möglichkeiten. Jedenfalls deutlich mehr, als sich an dieser Stelle vollständig beschreiben ließe.

Die R-Serie wurde nochmals aufgewertet

Zur Conexpo in Las Vegas hatte Bobcat im Frühjahr ein umfangreiches Upgrade für die Maschinen der R-Serie angekündigt. Sie kommen nun als Serie 2 auf den Markt und wurden in mehreren Punkten nochmals verbessert. Das Display wuchs von sieben auf acht Zoll Bildschirmdiagonale. Dadurch wird nicht nur die Bedienung der zahlreichen Einstellmöglichkeiten erleichtert, sondern auch die Darstellung eines geteilten Kamerabildes ermöglicht. Dank der nun optional erhältlichen Seitenkameras gibt es bei der Rückwärtsfahrt praktisch keine toten Winkel mehr – ein deutlicher Sicherheitsgewinn. Auf dem Display lassen sich nun verschiedene Betriebsmodi auswählen: „Balanced“, „Agile“, „Dynamic“ und „Charged“.

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Ich bin eigentlich überhaupt nicht zimperlich im Umgang mit Raupenkompaktladern, doch mir hat die Einstellung „Balanced“ vollkommen ausgereicht. In den sportlicheren Modi reagierte die Maschine insbesondere beim Verzögern derart spontan, dass dies dem Arbeitsfluss aus meiner Sicht eher abträglich war. Deshalb sollte man sich die verschiedenen Einstellungen unbedingt erläutern lassen, bevor man vorschnell urteilt, die Maschine sei zu ruppig. Beim Spitzenmodell der Baureihe, dem T/S 86-2, wurde die Motorleistung auf 115 PS angehoben. In Verbindung mit der Super-Flow-Hydraulik lassen sich nun praktisch alle denkbaren Fräsen oder Mulcher äußerst effizient betreiben. Außerdem wurde die Ausschütthöhe um 30 cm erhöht, sodass nun auch ausgewachsene Lkw problemlos beladen werden können.

Fazit

Die Modelle der R-Serie sind eindeutig Owner-Operator-Maschinen und empfehlen sich für den Einsatz mit anspruchsvollen Anbaugeräten. Doch auch für den bodenständigeren T 650 gibt es gute Argumente. Er tut genau das, was man von einem Kompaktlader erwartet und ist eben ein Bobcat – durch und durch. Welche Baureihe letztlich den eigenen Bedürfnissen am besten entspricht, muss jeder Anwender entsprechend seinen spezifischen Anforderungen entscheiden.

 

Maschinentest

Der T 650 im Einsatz

Zeit für eine Proberunde im T 650: Schon beim Einsteigen fühlt sich alles sehr vertraut an. Das beginnt bei der seitlich angeschlagenen Fronttür und geht über das ovale Bedienfeld bis hin zu dem quaderförmigen Radio mit seinen Gummitasten. Das mag in Bezug auf die Optik ein wenig angestaubt wirken, erfüllt seinen Zweck jedoch nach wie vor tadellos. Gestartet wird klassisch per Drehschalter, anschließend wird mit der grünen Taste oben links die Joystick-Steuerung aktiviert. Der D24-Motor erzeugt selbst bei Nenndrehzahl noch eine angenehm zurückhaltende Geräuschkulisse.

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Bewährte Kombination. Das klassische Vertikal-Hubgerüst in Verbindung mit ´Ridecontrol´ (Schwingungsdämpfung) und dem starren Laufwerk. (Bild: bd/Bömer)

Mit seinen 55 kW (75 PS) kommt er noch ohne den Einsatz von AdBlue aus. An der nötigen Power mangelt es ihm jedoch keineswegs. Weder beim Füllen der Schaufel noch beim Erklimmen von Steigungen zeigte er irgendwelche Schwächen. Das Fahrwerk ist beim T 650 starr ausgeführt, dafür war die Demo-Maschine mit gedämpften Hubzylindern (Ride Control) ausgestattet. Ich persönlich würde diese Lösung sogar einem gefederten Laufwerk vorziehen. Es gibt bei dieser Bauweise einfach weniger Bauteile, die verschmutzen oder verschleißen können, und auch mit schweren Anbaugeräten steht die Maschine jederzeit stabil.

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Klassische Anordnung. Wie bei den Modellen der M-Serie üblich, ist der Motor quer eingebaut und alle wartungsrelevanten Komponenten sind gut zugänglich. (Bild: bd/Bömer)

Der T 650 zeigte sich als ausgewogene und leistungsfähige Maschine und braucht den Vergleich mit der R-Serie keineswegs zu scheuen – darin waren Robby und ich uns schnell einig. Auch wenn ihm die Super-Flow-Option fehlt, ist er in der High-Flow-Variante für die allermeisten hydraulischen Anbaugeräte bestens gerüstet. Unter dem Strich ist der neue T 650 also weit entfernt von einer abgespeckten Sparversion. Vielmehr handelt es sich um eine bewährte und zugleich ehrliche Maschine – gebaut in Dobříš.