Renault C 440 8x4
Kippertest 6/2018

Renault C 440 8×4 All-you-need

All you need: Dieser Renault C 440 8x4 ist ein Vierachser, der alles kann, was er können muss und dazu alles hat, was er braucht. (Bilder: bd/Domina)

Der Name ist Programm: All you need – unter diesem Label schneidert Renault den 8×4-Kipper auf Maß. Und zwar auf jenes, das gerade so nötig ist. Wir fühlten dem Minimalisten auf den Zahn.

Wie erfrischend! Mal ein Vierachser ohne irgendwelche Spezialitäten wie Liftachsen, elektrisch verstärkte Lenkung, Luftfederung und so weiter. Dieser Franzose ist ein einfacher Typ. Ein guter Kamerad für die tägliche Maloche im Schotterbruch, auf der Baustelle oder im Straßenbau. An Assistenzsystemen ist er genauso karg bestückt wie an äußerer Hardware. Eigentlich gibt es nur einen Hill-Holder. Freilauf (Optiroll) oder gar GPS-Tempomat (Optivision): Fehlanzeige. Auch eine Laderaumabdeckung in Form einer Rollplane hat man sich gespart. Was ist das jetzt: ein Spar-Kipper, ein Sonderangebot, muss der weg?

Nichts von alledem. Dieser Renault C 440 8×4 ist ein Vierachser, der alles kann, was er können muss. Und dazu hat er alles, was er braucht. Steht ja auch vorne drauf: all you need. Das ist die Idee, das Programm. Eine gute Idee. Denn sie führt zurück zu den einfachen Dingen. Wie viel Kipper es eigentlich braucht, um seinen Job gut zu machen. Dieser Typ hier beweist: Nicht viel, die Basisausstattung reicht eigentlich. Als da wären: ein leichtes Chassis, verstärkt mit Doppelschleife, Parabel-Blattfedern hinten, kein Retarder, dafür die Motorbremse Optibrake + und das elektronische Bremssystem, wie es heute ohnehin standard ist, dazu Scheibenbremsen rundum.

Pro & Kontra: Pro

+ praxistaugliches Gesamtkonzept
+ guter Antriebsstrang
+ direkte Lenkung
+ Federungskomfort
+ Preis / Leistung
- kein Optiroll
- keine Abdeckplane
- Geräuschniveau Kabine

 

 

Die vordere Bereifung mit den breiten 385/65 gefällt mir ja nie so richtig, weil sie mehr Sprit braucht. In der Praxis sinkt der Truck aber nicht so tief in der weichen Schüttung oder in der Deponie ein. Vorne haben wir die vom Volvo bekannten, gekröpften Parabelfedern in zweilagiger Ausführung, hinten treiben zwei doppelt übersetzte Außenplaneten-Achsen mit stabilen Gussgehäusen an. Auch sie werden von dreilagigen Parabelfedern gehalten, für eine exakte Führung und Spur sorgen zusätzliche Längslenker unten. Diese stabilisieren spürbar den Geradeauslauf und reduzieren Eigenlenkeffekte durch Wank-Bewegungen praktisch auf Null.

Das Fahrerhaus ist die Renault-Day-Cab, wie wir sie auch von den Verteiler- und Fernverkehrsfahrzeugen kennen. Kurz, niedrig, kuschelig klein und vor allem leicht. Nur 14.360 kg Leergewicht zeigt die Waage. Plus 75 kg Fahrer macht das gute 14,4 t, was 17,6 t Nutzlast ergibt. Ein sehr guter Wert. Die Kabine ist relativ hoch aufgesetzt, die Motorkiste ragt gute 10 cm ins Innere. Das macht aber nichts, eine geräumige Staukiste findet hier zwischen den Sitzen gut Platz. Nach hinten reicht der Verstellraum für die Sitze aus, Stauraum hinter den Sitzen ist knapp. Das Angebot an Ablagen ist hier naturgemäß etwas beschränkt, reicht aber mit den Dachfächern und der Staukiste aus.

Cockpit des Renault C 440 8x
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