
Sonderschalung von Paschal ermöglicht Kraftwerk-Wiederbelebung
Pumpspeicherkraftwerke für Strom sind eine Möglichkeit, sich unabhängiger in Sachen Energieversorgung zu machen. Im bayerischen Happurg bringen Experten das seit 2011 stillgelegte Werk wieder zum Laufen inklusive eines 530 m langen Kontrollgangs in Ortbeton mit einer Schalung von Paschal samt Unterstützungskonstruktion.

Aufgrund der Länge des Kontrollgangs und vieler ähnlicher Abschnitte konnten wir den Bauablauf frühzeitig hinsichtlich Geschwindigkeit, Qualität und Handhabung optimieren. Durch enge Abstimmungen mit Paschal und Feinjustierungen der Schalung fanden wir passende Lösungen und erzielten ein gutes Ergebnis“, sagt Bauleiter Stefan Louen vom ausführenden Bauunternehmen Josef Rädlinger Ingenieurbau aus Windorf. Besonders hebt er die „leistungsorientierte Zusammenarbeit, auch bei gemeinsamen ausführungstechnischen Lösungen auf der Baustelle“ hervor.

Verspannte Innen- und Außenschalung
Nach der Herstellung der Bodenplatte erstellten die Arbeiter im zweiten Betonierabschnitt die 1 m hohen Seitenwände, bevor sie abschließend den halbkreisförmigen Tunnelbogen mit einem Durchmesser von 2,20 m aufsetzten. Alle Bauteile sind 40 cm dick. Paschal entwickelte die Innenschalung des Bogens als Sonderschalung in Stahlausführung und stattete sie mit Gelenken zum Ausschalen und Absenken aus. Als abstützende Unterkonstruktion verwendeten die Experten Stützen, Rahmen und Jochträger des Traggerüstes Gass, die ebenso wie die radienverstellbare Trapezträger-Rundschalung als Serienteile anmietbar sind.
Letztere kam als Außenschalung zum Einsatz. Die Spezialisten verspannten Innen- und Außenschalung miteinander und bauten in die Segmente der Außenschalung in regelmäßigen Abständen Betonieröffnungen ein, um den Beton einzubringen. Verbaut wurden 54 Einsätze mit Längen zwischen 4 m und 12 m. Das Umsetzen und Verfahren erfolgte durch das Absenken der unter dem Traggerüst montierten Lenkrollen. Da der Tunnel nahezu immer auf fast ebenem Untergrund hergestellt wird, konnte die Schalung vollständig von Hand und ohne zusätzliche technische Hilfsmittel verschoben werden.

Strom für 160.000 Menschen
Nach der Fertigstellung verläuft der Kontrollgang unter der späteren Beckensohle. „An diesen Gang angeschlossen sind Drainagerohre, welche unter der Beckenabdichtungsebene verlegt werden. Dadurch kann kontrolliert und lokalisiert werden, ob und an welcher Stelle Wasserverluste im Becken auftreten“, sagt Louen. Wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind, soll im Jahr 2028 das still gelegte Werk in Happurg wieder laufen und in Zukunft Strom für zirka 160.000 Menschen speichern. Das Oberbecken dient dann wiederum als größter Akku in Bayern. Ein Paradebeispiel für nachhaltige Energiegewinnung, durchdachte Ingenieurleistung und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Paschal.