
Unikit-Lösung von Doka meistert logistischen Stresstest im engen Tal
Ein enges Tal, eine Bahnlinie, eine Autobahn, zwei Brücken und ein Bauplatz für maximal eine Handvoll Lkw pro Tag: Das Baufeld für die neue Brücke an der N16 Tavannes-Bözingenfeld TP2 im Schweizer Kanton Bern hat alles, was einen logistischen Stresstest ausmacht. Die Antwort darauf lieferte das flexibel anpassbare Traggerüstsystem Unikit aus dem Doka-Ingenieurbaukasten.

Mit einem durchdachten Schalungs- und Logistikkonzept war der Baustellenprozess entlang der Schweizer Nationalstraße N16 zwischen Tavannes und Biel getaktet wie ein Schweizer Uhrwerk. Und das war bei mehr als 700 t Unikit-Material und einem Maximum von drei Lkw pro Tag auch notwendig. Dank der hohen Tragfähigkeit der Unikit-Längsträger konnten sieben Brückenfelder von bis zu 22 m Länge realisiert werden, ohne dass Zwischenunterstützungen nötig waren. Möglich machten das massive HEB800-Träger. Ihre Tragkraft war ein wichtiger Grund für den Zuschlag, sagt Doka-Projektleiter Stephan Kutmon: „Dank der überbrückbaren Spannweite von 22 Metern konnten wir auf zusätzliche Stützen in den einzelnen Bauabschnitten verzichten und dem Bauunternehmen so Zeit, Material und auch Kosten sparen.“ Gleichzeitig waren die Träger schlank genug, um die vorgeschriebene lichte Höhe für die unterquerende Straßen- und Bahnverbindung jederzeit zu gewährleisten.

Nach dem Bau der ersten Brücke konfigurierten die Verantwortlichen das Material vor Ort neu und setzten es wieder ein, als temporäre Unterstellung für den Rückbau der alten Brücke und anschließend erneut im Neubau der zweiten, leicht veränderten Überführung. Für Projektleiter Antonio D’Onofrio vom ausführenden Unternehmen Walo Bertschinger war dies einer der Gründe, warum Unikit die richtige Wahl war: „Das System ist für jeden einfach zu bedienen und zeitgewinnend. Gerade bei einem Projekt, wo unterschiedliche Objekte gebaut werden müssen, wie hier die zwei Brücken, eignet sich das System dank seiner Flexibilität besonders, da es modular umgebaut werden kann und damit Zeit und Kosten einspart.“
Betondruck digital überwacht
Da es sich bei dem Bauwerk um eine Mehrfeldbrücke handelte, die in mehreren Abschnitten hergestellt wird, und dabei die Gefahr besteht, dass an einem Übergangspunkt „die Schalung aufgeht“, entschied sich Doka für eine sogenannte Koppelfugenanspannung, die dem Druck des Betons entgegenwirkt. Das Lehrgerüst wurde dabei mit Ankern an den vorherigen Betonierabschnitt aufgehängt und bildete damit den Übergang von einer Unterstellungskonstruktion zu einem aufgehängten System. Hierfür kamen ebenfalls Standardbauteile aus dem Baukasten zum Einsatz. Die Konstruktion wurde mittels Unikit 1000 Hydraulikpressen an den bereits erstellten Überbau angepresst.

Um auch den Druck auf die Schalung im Blick zu haben, setzten die Experten DokaXact-Pressure beim Betonieren einer Stützmauer ein. Dazu montierten die Verantwortlichen den kompakten kabellosen Sensor direkt an der Schalungsplatte, um in Echtzeit den Frischbetondruck beim Betoniervorgang zu überwachen, Grenzwertüberschreitungen zu vermeiden und den Vorgang präzise steuern zu können. Für die Stützmauer wurde mit großflächigen, vormontierten Top-50-Schalungsplatten in einer Schalungshöhe von 8 m und einer Betonierhöhe von 7,50 m gearbeitet. Während des Betriebs erfasste die Anlage einen Spitzendruck von ca. 50 kN/m². Gut zu wissen: In Kürze wird DokaXact nahtlos in Doka 360 integriert sein, der ersten Plattform überhaupt, die den gesamten Schalungsprozess digitalisiert.
