Baumaschinenhersteller erwarten ein Plus von 5 Prozent

Die VDMA-Fachgruppe Baumaschinen hat anlässlich ihrer Jahresversammlung aktuelle Zahlen zur Baumaschinenkonjunktur bekanntgegeben und spricht von einem gemischten Bild. Auch wenn die Zahlen positiver ausfallen als in den Vorjahren, treffe die Branche weiterhin auf ein schwieriges politisches und wirtschaftliches Umfeld.
Für das laufende Jahr 2026 erwarten die Baumaschinenhersteller demnach ein Umsatzplus von nominal fünf Prozent. Das bedeutet laut VDMA jedoch nur eine moderate Erholung nach einem Rückgang von 21 Prozent im Jahr 2024 (im Vergleich zu 2023) und einer eher stabilisierenden Phase im vergangenen Jahr. Wie es heißt, überwog beim Treffen der Fachgruppe in Frankfurt eine optimistische Stimmung. „Zumindest ziehen die Aufträge im öffentlichen Bau aufgrund der 500 Milliarden Euro Infrastrukturinvestitionen an – jedoch verunsichert die gegenwärtige politische und wirtschaftliche Situation die Hersteller spürbar“, heißt es.
Unfairer Wettbewerb
Bestimmende Themen seien weiterhin die Überregulierung in Europa und unfairer Wettbewerb. Der Druck wächst durch unkontrollierte Billigimporte aus China, die infolge erheblicher Überkapazitäten vor Ort zunehmen. Sorge bereiten die Unberechenbarkeit der US‑Administration und die massiv ausgeweiteten Stahlzölle in den USA. Die europäischen Baumaschinenexporte in die Vereinigten Staaten sind den Angaben zufolge im Jahr 2025 um fast 30 Prozent zurückgegangen.
Franz-Josef Paus, Vorsitzender der Fachgruppe Baumaschinen appelliert erneut nach Berlin und Brüssel: „Wir können es nicht oft genug betonen: Der Regulierungsdschungel ist für unsere Branche nicht mehr tragbar. Nach dem Rückgang der Exporte in die USA ist Europa unser wichtigster Markt. Doch während wir auf der einen Seite mit überbordender Bürokratie konfrontiert sind, gelangen auf der anderen Seite frei und unkontrolliert Importe aus China auf den Markt. Diese Ungleichbehandlung benachteiligt uns massiv.“
Wenig Investitionsspielraum
Joachim Strobel, Vorsitzender des Fachverbandes Baumaschinen und Baustoffanlagen fordert auf zu handeln: „Es ist erfreulich, dass wir das konjunkturelle Tal durchschritten haben und der Auftragseingang anzieht. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die schwache Ertragslage wenig Spielraum für notwendige Investitionen lässt. Trotzdem bekennen wir uns zum Standort Europa und übernehmen Verantwortung. Das fordern wir auch von der Politik mit dem Appell, die anstehenden Strukturprobleme endlich zu lösen.“