
So beschleunigt die Firma Brandl ihre Bauprozesse
Das Straßen- und Tiefbauunternehmen Brandl beschleunigt Bauprozesse mit moderner 3D-Maschinensteuerung und Drohnenvermessung – vom Aufmaß bis zur Ausführung.

Angesichts des steigenden Wettbewerbs um Aufträge – insbesondere von kostenbewusst kalkulierenden Kommunen und Generalunternehmern – sowie des zunehmenden Fachkräftemangels sieht sich die Firma Brandl aus Neufraunhofen in Niederbayern gezwungen, neue Wege zu gehen. Die Strategie: die schrittweise Digitalisierung zentraler Bauprozesse.
Dazu investierte das Unternehmen, das sich seit den 1960er Jahren im Straßen- und Tiefbau engagiert, eigene Kiesgruben betreibt und rund 100 Mitarbeiter beschäftigt, zunächst in moderne Vermessungstechnologien, später auch in Maschinensteuerungen und digitale Projektmanagement-Lösungen. Das Ergebnis: deutlich verkürzte Bauzeiten und effizientere Abläufe auf der Baustelle.
30 Minuten statt zwei Tage
Wie groß der Nutzen tatsächlich ist, zeigt ein typisches Projekt aus dem vergangenen Jahr. Brandl übernahm die Erdarbeiten für ein Logistikzentrum in Obertaufkirchen. Auf einer Fläche von 30.000 m² mussten rund 25.000 m³ Oberboden und Aushub bewegt werden, zusätzlich fielen etwa 5.000 m³ Fundamentaushub sowie Maßnahmen zur Bodenverbesserung an. Ein wesentlicher Effizienzhebel lag bereits in der Vermessung: Statt der klassischen Methode, bei der ein Vermesser mit dem Rover etwa zwei Tage benötigt hätte, wurde das Gelände per Drohne innerhalb von nur 30 Minuten erfasst.
Auf Basis dieser Daten entstand ein digitales Geländemodell, das sowohl für die Angebotskalkulation als auch für die spätere Maschinensteuerung genutzt wurde. Auf der Baustelle kamen anschließend Bagger mit GNSS-gestützter 3D-Steuerung sowie Raupen mit hochpräziser Totalstationssteuerung zum Einsatz. Der große Vorteil: Absteckarbeiten zur Höhenkontrolle entfielen vollständig. Die Maschinen konnten ohne Unterbrechung arbeiten, was den Baufortschritt erheblich beschleunigte.
Weniger Fehler
Auch bei Planänderungen zeigte sich die Stärke der Digitalisierung. Aktualisierte Daten wurden direkt vom Büro an die Maschinen und das Baustellenpersonal übermittelt. So konnten die Verantwortlichen jederzeit mit den neuesten Plänen arbeiten und dadurch Fehler durch veraltete Unterlagen vermeiden. Und trotz eines engen Zeitfensters gelang es, das Projekt termingerecht abzuschließen – nicht zuletzt dank der digital unterstützten Arbeitsweise.