Iveco X-Way
Fahrbericht 3/2019

Iveco Generation X-Way

Iveco erweitert seine X-Way-Baureihe um einige Baumuster und Kabinentypen. Ab sofort ist neben dem 9- und 13-l-Motor auch der Cursor 11 mit 420, 460 und 480 PS als Triebwerk möglich. (Bild: bd/Domina)

Ivecos X-Way-Baureihe ist ein typischer Zwitter: Angesiedelt zwischen Stralis und Trakker, schafft der X-Way zwischen Straße und Grube. Seine Stärke: genaue Anpassung an den jeweiligen Einsatzzweck über einen umfangreichen Baukasten. Im Schotterbruch auf der Schwäbischen Alb konnten wir zudem Ivecos neue Anfahrhilfe Hi-Traction ausprobieren.

Manchmal sind tiefergehende Marktanalysen ganz hilfreich. Im Vorfeld der Neuordnung ihrer Offroad-Baureihen analysierten die Iveco-Marktstrategen die Bedürfnisse ihrer Kundschaft. Mit klarem Ergebnis: Rund 80 Prozent aller Einsätze passieren auf der Straße, nur fünf Prozent können als echte Offroad-Fahrten bezeichnet werden. 15 Prozent dagegen finden als leichte Offroad-Fahrten auf Schlechtweg und mehr oder weniger befestigten Zufahrten statt. Den Markt für diese leichten Offroad-Aufgaben teilen sich zu 31 Prozent Kipper, zu 22 Prozent Absetz- und Abroll-Kipper und zu elf Prozent Betonmischer. Der Rest verteilt sich auf Müllfahrzeuge, kommunale Geräteträger und den Holztransport.

Für genau diese Gruppen hat Iveco ist die X-Way-Reihe spezifiziert. Mit starkem Fokus auf eine genau abgestimmte Offroad-Eignung durch verschieden hohe Kabinenvarianten, mit fein einstellbarer Bodenfreiheit und angepassten Böschungswinkeln. Je genauer das Fahrzeug auf den Einsatz abgestimmt ist, so Iveco, desto Nutzlast-effektiver kann es aus dem Komponenten-Regal zusammengestellt werden. Und dieses Regal ist riesig. So sind nun alle Motoren aus dem Cursor-Programm kombinierbar, zuletzt wurde der wichtige Cursor 11 mit 420, 460 und 480 PS integriert. Kombinierbar ist das Ganze mit einer Vielzahl von manuellen und automatischen Getrieben. Darunter auch Allison-Automaten für den Cursor 9, und hauptsächlich natürlich die neuen 12- und 16-stufigen Hi-Tronix-Getriebe, die bei Zulieferer ZF Traxon heißen. Durch Integration in die neue Hi-Mux-Datenbus-Architektur sind alle Verknüpfungen und Funktionen wie Eco-Roll, GPS-Tempomat, Eco-Schalter, Freischaukeln, Hill-Holder, Kriechmodus und sämtliche Sicherheitsfeatures wie ACC und der automatische Notbrems-Assistent möglich.

Iveco X-Way Hydraulikantrieb
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Feinschliff auch bei den Hinterachsen: So wird das parabelgefederte Doppelachs-Bogie nun über einen neuen zentralen Querträger – „ein Gussteil statt sieben Blechteile“ – im Rahmen montiert. Allein für diese Maßnahmen reklamiert Iveco 200 kg Nutzlastgewinn. Die luftgefederten Doppelachsaggregate haben nun oben liegende Stabis und leichtere Ankerpunkte für die Lenker.

Mit dem 8×4-Fahrgestell Super Loader treibt Iveco den Leichtbau auf die Spitze: Gedacht als Unterbau für den 8×4-Betonmischer, kommt dieses Fahrgestell für die Neun-Kubik-Trommel dank kleinem Cursor-9-Motor mit 400 PS, dem leichten Doppelachs-Aggregat, nur 6,7 mm Rahmenstärke, Alu-Tanks, fehlendem Beifahrersitz und vieler weiterer, kleinerer Maßnahmen auf nur 8.845 kg Gewicht. Dies, so die Iveco-Marketing-Strategen, bedeute 355 kg Gewichtsvorteil gegenüber dem leichtesten Konkurrenten, festgestellt von einem unabhängigen Prüfinstitut.

Und so teilt sich die X-Way-Baureihe in die drei Unterkategorien On, On+ und Off auf. Die Onroad-Modelle liegen wegen ihrer 142-mm-Kröpfung an den Vorderachsen etwas niedriger auf der Straße, On+ und Off profitieren von der 72-mm-Kröpfung und damit größerer Bodenfreiheit. Gerade Achsen mit noch mehr Bodenfreiheit gibt es allerdings nicht. Die Off-Modelle sind schon optisch deutlich robuster ausgelegt und bieten eine Pendelstufe am Einstieg sowie eine stabile Stahl-Stoßstange.