Iveco X-Way
Fahrbericht 3/2019

Iveco Generation X-Way

Iveco erweitert seine X-Way-Baureihe um einige Baumuster und Kabinentypen. Ab sofort ist neben dem 9- und 13-l-Motor auch der Cursor 11 mit 420, 460 und 480 PS als Triebwerk möglich. (Bild: bd/Domina)

Agile Traktionshilfe schont die Kupplung

Ein Highlight der Reihe ist der hydraulische Vorderachsantrieb Hi-Traction: Wie die Konkurrenz auch, bedient sich Iveco hier der hydraulischen Radnabenmotoren des Spezialisten Poclain. Steuerung und Layout dieses zusätzlichen Vorderradantriebs sind ausgefuchst: Über einen einzigen Schalter links unten im Haupt-Schalterfeld lässt sich Hi-Traction in jeder Fahrsituation vorwählen. Über 45 km/h wird das System zwar zur Kühlung und Schmierung mit Niederdruck durchströmt, die Hydraulikstempel, die letztlich für den Vortrieb sorgen, sind jedoch zurückgefahren und sorgen so für minimale Verlustleistung und nahezu freies Rollen. Nahezu heißt, dass ein Energieverlust etwa in Höhe eines Klima-Kompressors stattfindet. Die Anzeigelampe im Armaturenträger leuchtet grau. Fällt die Fuhre nun unter 22 km/h ab, wechselt die Anzeige zur Farbe Blau, das Getriebe schaltet zudem automatisch in den Offroad-Modus. Jetzt ist Hi-Traction aktiv und bestrebt, mit gleicher Raddrehzahl wie die Hinterräder mit zu laufen. Findet nun Schlupf statt, regelt die Elektronik mehr Druck ein, sodass die Vorderräder aktiv mitziehen und ein Festfahren verhindern. Da die Hydraulik über eine motorseitig angetriebene Pumpe versorgt wird, steht auch im Stillstand ein gewisser Druck zur Verfügung, sodass – ein großer Vorteil dieses Systems – auch die Anfahrvorgänge unterstützt werden, was wiederum die Kupplung entlastet.

Bei unseren Fahrversuchen im Steinbruch von Erkenbrechtsweiler auf der Schwäbischen Alb zeigt sich Hi-Traction äußerst agil und erweist sich als veritable Traktionshilfe. Anfahrvorgänge im tiefen Boden gelingen damit kupplungsschonend und mühelos. Abbiegen in der Steigung: kein Problem. Gerade 4×2-Sattelzugmaschinen mit Dreiachs-Rundmulden im Schlepptau profitieren spürbar von den angetriebenen und vor allem gelenkten Vorderrädern. Kurzum: Mit Hi-Traction ist Iveco eine ausgesprochen wirkungsvolle Bauart des hydraulischen Vorderradantriebs gelungen.

Und weil man ja auch Vorreiter in Sachen Erdgas-Antrieb ist, laufen die Vorbereitungen für X-Way-Modelle mit CNG- und LNG-Erdgasantrieben (Compressed und Liquified Natural Gas) auf Hochtouren. Gerade für Betonmischer würden sich CNG-Lösungen anbieten, weil hier nur moderate Reichweiten verlangt werden. Aber auch Langstrecken-Lösungen wie ein Stralis X-Way NP 460 oder NP 400 sind bereits mit LNG unterwegs. Da steckt, davon ist man bei Iveco überzeugt, gerade für den Baustoff-Verkehr noch viel Potenzial drin. Ab Mitte des Jahres sollen die X-Ways mit Gasantrieb erhältlich sein – abhängig freilich vom Bauraum am Rahmen. Denn der ist beim Bautruck immer knapp – egal ob bei Semi- oder Full-Offroad-Fahrzeugen.

Robert Domina