Grabenloser Trassenbau

Niks Infra setzt auf den Tracto-Grundodrill JCS300

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Das Bild zeigt den Grundodrill JCS300 bei der Erstellung einer Pilotbohrung zwischen bereits verlegten, parallel verlaufenden Schutzrohren, in die später die Erdkabel eingezogen werden. (Bild: Tracto)

Mit dem Horizontalspülbohrverfahren lassen sich Leitungen verlegen, ohne die Oberfläche über die gesamte Strecke zu öffnen. Beim Bau der Stromtrasse A-Nord kam das Verfahren im Abschnitt NRW3a bei Geldern über eine Länge von rund 490 m zum Einsatz. Die Rohre dienen später zur Aufnahme der Stromkabel.

HDD ist insbesondere dort von Vorteil, wo Straßen, Gewässer oder bestehende Infrastruktur gekreuzt werden müssen oder sensible Flächen betroffen sind. Im Vergleich zur offenen Bauweise fallen weniger Aushub und geringere Eingriffe in die Oberfläche an. Zudem können sich Bauzeit und Verkehrs- beziehungsweise Flächenbeeinträchtigungen reduzieren.

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Blick entlang eines der Kabel-Schutzrohre. Im Hintergrund sind die Markierungen des Leitungsverlaufs erkennbar. (Bild: Tracto)

Im Bereich Geldern kreuzt die A-Nord-Trasse unter anderem die Issumer Fleuth im Naturschutzgebiet Fleuthkuhlen. Das für die Arbeiten eingesetzte Unternehmen Niks Infra B.V. nutzte dort ein speziell für den Trassenbau konzipiertes HDD-Bohrgerät, den Grundodrill JCS300 von Tracto. Die HDD-Anlage verfügt über 300 kN Schub- und Zugkraft und ein hohes Drehmoment und ist für die Verlegung größerer Schutzrohre über längere Distanzen ausgelegt.

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Die Ortung der Pilotbohrung garantiert Lagegenauigkeit: Hier wird die Position des Bohrkopfes mit einem Walk-Over-System permanent kontrolliert. (Bild: Tracto)

Effizienz auf langer Strecke

Beim HDD-Verfahren wird zunächst eine steuerbare Pilotbohrung entlang der geplanten Trasse hergestellt. Ein Ortungssystem erfasst dabei kontinuierlich die Position des Bohrkopfs, sodass der Bohrverlauf bei Bedarf korrigiert werden kann. Anschließend wird der Bohrkanal auf den erforderlichen Durchmesser aufgeweitet und das Schutzrohr eingezogen. Die Stromkabel werden zu einem späteren Zeitpunkt in die Rohre eingebracht. Für den Trassenbau relevant ist auch die Ausstattung der JCS300 mit einem Magazin für 70 Bohrgestänge von jeweils 4,5 m Länge. Ein automatisches Handling-System unterstützt das Nachladen und reduziert die Zahl der Gestängeverbindungen im Vergleich zu kürzeren Gestängen. Eine automatische Erfassung der Bohrdaten erleichtert zudem die Dokumentation des Bauablaufs.

Auf der Baustelle bei Geldern wurden laut Hersteller sechs 490 m lange Pilotbohrungen durchgeführt. Dafür wurden durchschnittlich rund sieben Stunden je Bohrung benötigt. Die anschließende Aufweitung dauerte jeweils etwa einen Arbeitstag. Nach einem Reinigungsdurchgang wurden die Schutzrohre mit 315 beziehungsweise 350 mm Durchmesser ebenfalls innerhalb eines Tages eingezogen.