
Sechs Wolffkrane bewegen 60.000 Kubikmeter Beton

Sechs grün lackierte Wolffkrane des Bauunternehmens Glass prägen derzeit die Silhouette der 7,7 ha großen Baustelle im Norden Memmingens. Dort entsteht ein Klinikneubau mit sechs Geschossen, 480 Betten und einer Bruttogeschossfläche von mehr als 75.000 m2. Zusätzlich zu einer hohen Umschlagsleistung zählte vor allem eine präzise Standortplanung.
Während für die Baustellenvorbereitung im vergangenen Jahr einer der Wolff 6531.12 Cross zum Einsatz kam und bereits wieder demontiert wurde, bewegen die verbleibenden fünf Krane während ihrer durchschnittlich 16-monatigen Einsatzzeit auf der Klinikbaustelle rund 60.000 m3 Beton und 10.000 t Bewehrungsstahl. Mit Spitzentragfähigkeiten bis zu 3,3 t des Wolff 6531.12 Cross, maximalen Traglasten bis 16,5 t des Wolff 7534.16 Clear und Hubgeschwindigkeiten bis zu 185 m/min des Wolff 7534.16 ist das Rudel nach Aussage der Verantwortlichen perfekt für diese „Materialschlacht“ gerüstet. Zwölf Stunden arbeiten die Krane täglich ohne Unterbrechung.

Statische Expertise gefragt
Doch auf dieser Baustelle kommt es nicht nur auf die Leistungsfähigkeit der grünen Wölffe an. Der Hersteller brachte in der frühen Planungsphase auch seine statische Expertise ein und unterstützte bei der Festlegung der Kranstandorte. Diese erwiesen sich bei diesem Projekt als statisch anspruchsvoll.
Die Krane wurden in Zonen platziert, die später als Lichthöfe genutzt werden. Dort verlaufen sogenannte Rigolen, unterirdische Versickerungssysteme für Regenwasser. Zusätzlich befindet sich unter einem Kranstandort ein tieferliegender Gebäudeteil mit Hebeanlage. „Da in diesen Bereichen keine hohen Drucklasten einwirken dürfen, mussten die Kranfundamente so geplant werden, dass die Kräfte gezielt in tragfähige Ebenen abgeleitet werden“, erläutert Wolfgang Kavelius, Vertrieb Deutschland bei Wolffkran.
Die Krane stehen auf Kreuzrahmen mit speziellen Betonfertig-teilgewichten, die Glass im eigenen Betonwerk herstellt.
Auf dieser Grundlage legten die Projektverantwortlichen Hakenhöhen und Kranpositionen so fest, dass die zulässigen Ecklasten eingehalten und die Grundbruchsicherheit gewährleistet ist. Gleichzeitig können die fünf Krane trotz überschneidender Arbeitsbereiche reibungslos parallel arbeiten. Zum Einsatz kommen Kreuzrahmen mit speziellen Betonfertigteilgewichten, die Glass im eigenen Betonwerk herstellt. Diese sind so dimensioniert, dass sie im Rückbau einzeln wieder entfernt werden können – teils durch benachbarte Turmdrehkrane, teils mithilfe von Mobilkranen. Dadurch bleibt die Versickerungsfunktion der Rigolen erhalten.
Michael Stehr, Leiter Krantechnik bei Glass
„Bei komplexen Projekten wie in Memmingen zählen enge Abstimmung und technische Kompetenz. Wenn täglich große Mengen an Material bewegt werden, braucht es Krane, die konstant Leistung bringen, und einen Partner, der bereits bei der Planung weiß, worauf es ankommt. Genau das schätzen wir seit 14 Jahren an Wolffkran. Unser Fuhrpark umfasst mittlerweile 44 Wölffe, allein im vergangenen Jahr haben wir acht neue angeschafft. Aktuell realisieren wir mit diesen Kranen unter anderem auch den Ausbau des Produktionsstandorts der Pharma-Firma Daiichi Sankyo in Pfaffenhofen sowie den Bau einer neuen Papiermaschinenanlage für die Firma Fripa in Miltenberg.“
