
Über kritische Sicherheitsfaktoren und wie Cherne-Absperrblasen helfen

Dichtheitsprüfung, Inspektion oder Sanierung: Absperrblasen sind aus dem Kanalbau nicht wegzudenken. Was häufig unterschätzt wird: Bereits geringe Druckwerte können Kräfte von mehreren Tonnen erzeugen. Umso wichtiger sind technische Sicherheitsmaßnahmen und eine sorgfältige Vorbereitung des Einsatzes.
Bereits ein Gegendruck von 0,5 bar kann erhebliche Kräfte erzeugen. Dabei ist nicht allein der Druck entscheidend, sondern die auf die Absperrblase wirkende Kraft, die mit zunehmendem Rohrdurchmesser stark ansteigt. Während in einem Rohr mit 200 mm Durchmesser bereits Kräfte wirken können, die einem Gewicht von mehr als 100 kg entsprechen, entstehen bei einem Rohrdurchmesser von 1.200 mm schnell Belastungen von mehreren Tonnen. Die wirkende Kraft kann dem Gewicht von zwei Pick-ups entsprechen.

Richtig berechnen und sichern
Wird jedoch der Gegendruck falsch berechnet oder unterschätzt, kann sich die Absperrblase im Rohr bewegen oder verdrehen. Schläuche und Leitungen können dabei mitgerissen werden und Schäden verursachen. Die Berechnung des Gegendrucks und die richtige Sicherung der Absperrblase gehören daher zu den wichtigsten Schritten der Einsatzvorbereitung. Ebenso wichtig sind Materialqualität und Konstruktion. Hochwertige Modelle aus Naturkautschuk, robuste Verbindungstechniken sowie dokumentierte Druck- und Belastungsprüfungen tragen zur Sicherheit und Zuverlässigkeit bei.
Für Dichtheitsprüfungen werden je nach Verfahren Wasser oder Druckluft eingesetzt – aus sicherheitstechnischer Sicht ein erheblicher Unterschied. Während Wasserprüfungen grundsätzlich als vergleichsweise sicher gelten, erfordern Dichtheitsprüfungen mit Druckluft zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen. Der Grund liegt in den physikalischen Eigenschaften der Medien. Wasser ist nahezu inkompressibel und speichert auch unter Druck vergleichsweise wenig Energie. Druckluft dagegen kann erhebliche Energiemengen speichern. Kommt es zu einem Versagen oder einer unkontrollierten Bewegung der Blase, kann die gespeicherte Energie schlagartig freigesetzt werden. Bauteile, Leitungen oder die Absperrblase selbst können dabei unkontrolliert bewegt werden. Internationale Unfallberichte dokumentieren immer wieder schwere Verletzungen infolge von Fehlanwendungen bei Druckluftprüfungen.

Gefahrenbereiche sollten daher konsequent freigehalten und abgesichert werden. Arbeiten an einer unter Druck stehenden Absperrung sollten grundsätzlich vermieden werden. Wird eine Undichtigkeit vermutet oder eine Fehlfunktion festgestellt, empfiehlt es sich, die Absperrung zunächst drucklos zu machen und anschließend zu überprüfen.
Fazit
Absperrblasen gehören zu den unverzichtbaren Arbeitsmitteln im Kanalbau. Gleichzeitig zeigen die Praxis und internationale Unfallberichte, dass ihr Einsatz mit erheblichen Kräften und Risiken verbunden sein kann. Eine sorgfältige Vorbereitung, die korrekte Berechnung des Gegendrucks, die kontinuierliche Drucküberwachung sowie qualitativ hochwertige und nachvollziehbar geprüfte Produkte bilden die Grundlage für einen sicheren Einsatz. Mit zunehmendem Sanierungsbedarf der Infrastruktur wird die Bedeutung dieser Aspekte künftig weiter steigen.
Die häufigsten Fehler beim Einsatz von Absperrblasen
- Fehlerhafte Gegendruck-Berechnung oder Sicherung der Absperrblase. Bereits geringe Druckwerte können Kräfte von mehreren Tonnen erzeugen. Werden diese unterschätzt, kann sich eine unzureichend gesicherte Absperrblase im Rohr bewegen oder verdrehen.
- Unzureichende Reinigung oder fehlender Schutz der Rohrleitung. Steine, Ablagerungen und scharfe Kanten können die Absperrblase beschädigen. Zusätzlichen Schutz bieten Schutzhüllen.
- Mangelnde Drucküberwachung beim Aufblasen. Sobald die Absperrblase die Rohrwand erreicht, kann der Druck schneller ansteigen als erwartet. Druckbegrenzungsventile ersetzen die Überwachung nicht.
- Ausbau der Absperrblase vor vollständiger Entlüftung. Die Blase kann an der Rohrwand schleifen und beschädigt werden.
- Arbeiten im Gefahrenbereich einer unter Druck stehenden Absperrblase. Bei Druckluftprüfungen können Fehlfunktionen schwere Verletzungen verursachen. Gefahrenbereiche sollten daher konsequent freigehalten werden.