Bauaufzug
Bauaufzüge

Mit dem Bauaufzug sicher rauf und runter

Bauaufzüge sind in ihren vielen Varianten und Größen für Arbeiten an Dach und Fassade unverzichtbar. (Bild: Geda)

Ein Bauaufzug ist per Definition zunächst einmal ein Gerät, das etwas an und bei einem Bauwerk vertikal befördern kann. Wohl am häufigsten ist der reine Materialaufzug, wie ihn Maurer, Dachdecker oder Gerüstbauer benötigen. Er macht mühseliges Schleppen sperriger Baumaterialien durch enge Treppenhäuser oder waghalsiges Balancieren auf Leitern überflüssig. Spektakulärste Variante ist dann die Mastkletterbühne.

Die Bandbreite der Bauaufzüge ist groß: Sie reicht vom einfachen Leiterlift, bei dem ein (elektro-)motorischer Antrieb etwas in einem Transportgestell nach oben befördert, über kompakte Seilaufzüge für Handwerker und Transportbühnen bis zu Personen- und Materialaufzügen mit einer Tragfähigkeit von mehreren Tonnen und möglichen Förderhöhen bis zu 400 m. Ob Neubau oder Renovierung, Gerüstaufbau oder Fassadenarbeiten: Sämtliche Materialien und/oder Personen finden mit Hilfe eines Bauaufzugs sicher und kraftsparend ihren Weg nach oben. Der schnelle Aufbau macht den Bauaufzug schon bei niedrigen Einsatzhöhen rentabel. Unterschiedlichste Ausführungen, Varianten und Lastaufnahmemittel wie Universal- oder Holzpritschen, Kippkübel oder Schuttmulden stehen zur Verfügung, um Baumaterialien sicher aufs Dach zu schaffen. Bauaufzüge für den reinen Materialtransport decken je nach Anbieter Tragfähigkeiten bis 500 kg ab und sind der ideale Partner für Gerüstbau und allgemein Dacharbeiten. Sollen neben Materialien auch Personen befördert werden, dann sind Transportbühnen erste Wahl.

Die kleinste Variante eines Bauaufzugs und gewissermaßen der Urvater dieser Spezies ist der Leiterlift: Über eine am Gebäude angelehnte handelsübliche Leiter wird – zunächst per Hand, später mit Motorunterstützung – mit einem Seil oder einer Kette Material nach oben gezogen. Die neueste und erst vor Kurzem von Geda vorgestellte Lösung ist der Akku-Leiter-Lift – ein Aufzug zum Transport verschiedenster Materialien, der dank Akkutechnik kabellos funktioniert. Hier befördert eine Winde über ein Leitersystem Material bis 120 kg Gewicht bis zu 10 m nach oben. Aufgebaut von nur einer Person in nicht ganz fünf Minuten, transportiert dieses Modell mit einem 24 V/10 Ah-Li-Ion-Akku-Antrieb per Knopfdruck von 0 auf 15 m/min – gesteuert von einer Funkfernbedienung; auch eine WLAN-Steuerung per Handy-App ist möglich. Nach einer Ladezeit von nur rund zwei Stunden ist das Gerät nach getaner Arbeit wieder bereit für den nächsten Einsatz.

Bauaufzug von Geda an einer Fassade
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Generell sind für den Materialtransport bekannte Hersteller wie Böcker, Geda, Klaas oder Paus mit diversen Modellen am Markt vertreten. So lässt sich für nahezu jeden Einsatzzweck und jede Baustellensituation der passende Materialaufzug finden. Tragfähigkeiten von 200 bis 500 kg, Hubgeschwindigkeiten bis 30 m/min, Hubhöhen bis 100 m sowie unterschiedliches  Zubehör ermöglichen einen flexiblen Einsatz und ideale Anpassung an die Gegebenheiten vor Ort. Je nach Anbieter gibt es zudem Förderkörbe, Eimerträger, Kabeltöpfe, Schwenkarmhalterungen, spezielle Lastbühnen und ähnliches mehr. Die Aufzüge sind in unterschiedlichen Größen erhältlich, die Leichtesten lassen sich als Anhängeversionen an nahezu jeden Pkw anhängen. So zum Beispiel das Schrägaufzugmodell Toplight21 von Klaas, das es auf nur 750 kg bringt und eine Förderhöhe von 21 m schafft. Knickstücke sorgen für optimale Anpassungen an die Dachneigung. Schrägaufzüge, die vor allem für Dacharbeiten verwendet werden, sind üblicherweise mit Abstützungen aus massivem Stahl ausgestattet, die für gute Standsicherheit sorgen. Auch andere Hersteller wie Geda haben speziell für Dacharbeiten geeignete Schrägaufzugvarianten (Geda Lift) im Programm.

Sollen neben Material auch Personen befördert werden, empfehlen sich die sogenannten Transportbühnen. Sie lassen sich durch eine Vielzahl verschiedener Bühnenvarianten, Tragfähigkeiten und Förderhöhen flexibel an die Gegebenheiten vor Ort anpassbar und können dank separater Steuerungen wahlweise als Bauaufzug für den reinen Materialtransport oder eben als Transportbühne für Personen und Material eingesetzt werden. Erfordert der Baustelleneinsatz eine geschlossene Kabine, gibt es ebenfalls passende Lösungen – beispielsweise Modelle aus der Geda Multilift- oder PH-Reihe. Die vielseitigen Alleskönner, die nicht mehr auf einem einfachen Leiter- oder Seilprinzip beruhen, sondern mit stabilen Masten an Gerüst oder Fassade verankert und per Zahnstange angetrieben werden, decken Förderhöhen bis 150 m ab und überzeugen durch hohe Tragfähigkeiten bis fast 4 t.

Es gibt sie mit diversen Sicherheitseinrichtungen wie geschwindigkeitsabhängiger Fangvorrichtung, Sicherheitsstopp und Überlastabschaltung. Diese leistungsstarken Zahnstangenaufzüge überzeugen zudem mit geringem Platzbedarf und großer Stabilität. So eignet sich die laut Hersteller Böcker kompakte Super-Lift-Zahnstangenreihe mit minimalen Aufstellmaßen (1,40 x 0,85 m) besonders für beengte Baustellensituationen; sie nimmt nur wenig Platz in Anspruch und ist zudem um 90 Grad schwenkbar.

Transportbühnen für Förderhöhen bis 200 m

Mit bis zu 4 t Nutzlast und bis zu 12 Personen werden mehrmastige Transportbühnen bevorzugt bei größeren Bauprojekten eingesetzt. Mit maximalen Förderhöhen bis 200 m befördern sie mit einer maximalen Geschwindigkeit von 24 oder 40 m pro Minute. Flexible und modulare Baukastensysteme mit einer Standard-Bühnenlänge von über 5 m, die über mehrere Aufstellmasten nahezu beliebig verbreitert werden kann, sorgen für eine möglichst hohe Auslastung.

Eine aktuelle Bauma-Neuheit im Bereich der Zahnstangentechnik ist der Personen-Bauaufzug Super-Lift LX-PM von Böcker, der Lasten bis 2.600 kg transportiert und Platz für bis zu 25 Personen bietet. Dabei erreicht er eine Förderhöhe bis 200 m. Da das neue Modell mit geschlossener Aufzugskabine und komfortabler Notabsenkung den höchsten Sicherheitsstandards für Personenaufzüge entspricht, kann es gemäß EN 12159 auch ohne Aufzugsführer betrieben werden. Es ist zudem mit einer intelligenten Steuerung ausgestattet, sodass die einzelnen Haltepunkte mittels Etagenvorwahl selbstständig angefahren werden. Die Montage des Masts und der Mastanker erfolgt über das begehbare Dach der Kabine. Durch sein modulares Baukastensystem kann die Kabinengröße dieses Zahnstangenaufzugs variabel erweitert und der Lift auf den unterschiedlichsten Baustellen eingesetzt werden. Je nach Ausführung liegt die Bühnenlänge zwischen 1,70 und 5,10 m.

Damit stoßen Transportbühnen schon in Regionen vor, in denen traditionell die Giganten der Bauaufzüge beheimatet sind: Mastkletterbühnen, deren erste Vertreter bereits in den 1950er-Jahren auf den Markt kamen. Alimak hat zur Bauma sein neuestes Modell MC 650 vorgestellt, das Plattformlängen von über 19 m in Einzelmast- und 40 m in Doppelmast-Konfiguration erreicht. Die maximale Tragfähigkeit beträgt nicht weniger als 4.000 kg auf einer Einzelmast- beziehungsweise 7.100 kg auf einer Doppelmastbühne. Die neue Baureihe eignet sich laut Hersteller besonders für Einsätze an Ecken, in Kurven und Winkeln, da sie an das Gebäudeprofil angepasst werden kann. Bei anspruchsvoller Architektur verspricht sie erhöhte Produktivität und Kosteneffizienz für Mauerwerksbau, Vorhangfassaden, Isolierung und Fensterbau sowie für die Handhabung von schweren oder sperrigen Materialien. Auch bei Einzelmastsystemen gibt es Erweiterungen von Alimak, das sein Transportbühnenprogramm mit der TPL 800 ergänzt. Deren flexibles und robustes Design sei ideal für Neubau- wie Sanierungsprojekte. Ein einfaches Drehen des Schlüssels am Schaltschrank verwandelt das Gerät von einer Transportbühne in einen Materialaufzug. Das Mastdesign ermöglicht einen Verankerungsabstand bis zu 7,5 m, sodass eine Befestigung nur noch alle drei Etagen am Gebäude oder Gerüst nötig ist.

Mastkletterbühnen und deren Komponenten sind modular aufgebaut, sodass gleiche Teile und Einheiten bei verschiedenen Modellen verwendet werden können, was die Lagerhaltung vereinfacht. Mast und Plattformen werden – wie etwa bei Scanclimber – meist aus verzinktem Stahl hergestellt. Die Mastteile werden oft automatisiert aus Qualitätsstahl präszisionsgeschweißt und dann durch Feuerverzinkung veredelt und so gegen Korrosion geschützt. Was auch nötig ist, denn gerade Mastkletterbühnen werden oft bei spektakulären Bauten, Einsätzen in rauen Gegenden oder in Umfeldern wie Wüsten- oder Meerwasserklima verwendet.