Liebherr Turmkran 150EC-B
Turmkrane

Obendreher sind filigrane Riesen

Eisiger Kälte und Windgeschwindigkeiten bis 280 km/h musste ein spitzenloser 150 EC-B trotzen, der für den Seilbahnbau mit einem Hubschrauber auf der Zugspitze montiert wurde und mit 2975 m Höhe zeitweise der höchste Punkt Deutschlands war. (Bild: Liebherr)

Der Mensch wächst mit seinen Aufgaben – nicht anders geht es den Obendrehern: Sie erreichen immer größere Hakenhöhen, sind zunehmend bequemer zu transportieren und schneller zu montieren. Und sie tricksen die Schwerkraft mit modernsten Windenantrieben für feinfühliges, aber auch flottes Heben und Senken der Lasten aus.

Immer häufiger werden heute Obendreher eingesetzt, wo zuvor Raupen- oder Autokrane – ob mit Gittermast- oder Teleskopausleger – oder untendrehende Schnellmontagekrane verwendet wurden. Moderne Obendreher erfüllen mittlerweile nämlich unterschiedlichste, teils sich sogar widersprechende Anforderungsparameter – und genau das wünschen sich die Anwender, um vielfältigere Einsätze, günstigere Transporte, kürzere Montagezeiten und bessere Auslastungen zu erreichen. Sie stehen in drei verschiedenen Bauarten auf ihren Türmen: in konventioneller Bauart mit Turmspitze und einem daran abgespannten, waagerechten Laufkatzenausleger, in spitzenloser Bauart mit Laufkatzenausleger oder mit einem im Anstellwinkel veränderlichen Verstellausleger, auch Wipp- oder Nadelausleger genannt, dessen Seile für die Hakenflasche über das Auslegerende geführt werden. Statt mit der Laufkatze wird die Ausladung dann durch das Verändern des Auslegerwinkels variiert.

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Auf heimischen Baustellen sind nach wie vor Obendreher mit Katzauslegern sehr beliebt; beim Bau von Hochhäusern in Großstädten – besonders in Asien und den Vereinigten Staaten – kommen fast ausschließlich Krane mit Verstellauslegern zum Einsatz. Werden die steil gestellt, können sie beim Schwenken Nachbargebäuden und anderen Kranen ausweichen. Zudem lässt sich die Hakenhöhe in Relation zur Turmhöhe beträchtlich vergrößern. So kann man den Kran jederzeit schlank machen und mit oder ohne Last auf engstem Raum schwenken.

Gegenüber den früher verbreiteten Obendrehern mit Turmspitze finden spitzenlose Varianten – im Kranjargon auch Topless- oder Flat-Top-Krane – einen rasch wachsenden Freundeskreis. Ihre Abspannungen sind in den Unter- und Obergurt der Drehbühne integriert, was den Montageaufwand reduziert: Denn durch die geringere Turmhöhe genügen für Montage und Demontage kleinere Autokrane, der Ausleger kann in Segmenten vollständig oben montiert werden.