Liebherr PR736 Planierraupe
Verbrauchsminimierung

Steter Tropfen leert den Tank

Durstlöscher: Eine proaktive Leistungsanpassung erfasst bei dieser Planierraupe ständig verschiedene Maschinenparameter und erhöht die Motorleistung dem aktuellen Bedarf entsprechend nur kurzzeitig. (Bild: Liebherr)

Trotz verbrauchsarmer Motoren und moderner Antriebstechnik lassen sich bei den meisten Einsätzen und fast jeder Maschinenart noch beträchtliche Mengen Kraftstoff zusätzlich sparen. Der Fahrer ist dabei die Schlüsselfigur. Mit einfachen Tricks und Veränderungen kann er beim Spritsparen erstaunlich viel ausrichten.

  • Gegen sinnlosen Kraftstoffverbrauch hilft Konsequentes Handeln
  • Größte Potenziale sind Fahrer- und Einsatzplanung
  • 30 Prozent der Betriebszeit im Leerlauf
  • Oft wird am falschen Ende gespart
  • Versteckte Dieselfresser aufdecken und beseitigen

Niemand sollte sich von modernen, verbrauchsoptimierten Motoren und elektronisch geregelter Antriebstechnik in die Irre führen lassen. Damit wird zwar weniger Kraftstoff verbraucht als früher, doch sind – und da sind sich alle einig – die Einsparmöglichkeiten nach lange nicht ausgeschöpft. Das Reduzieren der Verbrauchswerte – einer der größten Posten in den Betriebskosten – wird zwar überall gerne aufgegriffen, aber nur allzu selten konsequent verfolgt.

Nichts beeinflusst die Verbrauchswerte so stark wie der Fahrer und die Einsatzplanung: Ob Grabtiefe und Schwenkwinkel eines Baggers, Rangierwege eines Radladers, Arbeitsweise einer Planierraupe, korrekter Umgang mit der Betriebsarten-Wahlschaltung, Zustand der Grabwerkzeuge, Reifendruck oder auch unnötig häufige Lastwechsel des Motors – all das und vieles mehr kann durchaus den Verbrauch erhöhen. Oder aber, bei optimierter Fahr- und Arbeitsweise, zu spürbar reduzierten Werten führen. Und weniger Verbrauch mindert nicht nur die Kosten, sondern schont unsere begrenzten Ölressourcen, erzeugt weniger Abgase und damit auch weniger Feinstaubbelastung.

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Bislang gibt es nur wenig belastbare Vergleiche, welche exakten Kraftstoffeinsparungen sich durch geschulte und mitdenkende Fahrer ergeben können. Wie vorteilhaft es ist, Fahrern so manche seit Jahren vertraute Bedienweise abzugewöhnen, zeigte sich beim schwedischen Bauunternehmen Skanska: 37 Fahrer absolvierten eine Schulung von Volvo CE, wobei der Kurs am Einsatzort durchgeführt wurde. Ein Ausbilder gab dem Fahrer in der Kabine jeweils individuelle Tipps für kraftstoffsparendes Fahren und Arbeiten. Nach einer entsprechenden Gewöhnungs- und Testphase wurden die Werte des alten und neuen Fahrstils verglichen: Der Verbrauch auf der Baustelle war um immerhin 12 Prozent gesunken, was bei den zehn eingesetzten Maschinen einer Einsparung von 70.000 l entsprach. Insofern wird deutlich, dass sich trotz elektronischer Motor-, Getriebe- und Hydrauliksteuerungen, optimierter Ausleger und idealer Löffel- und Schaufelformen das weitaus größte Sparpotenzial woanders befindet: nämlich in den Händen und Füßen des Fahrers, in den Köpfen und Planungen der Bauleitung und – an erster Stelle – im aufmerksamen Mitdenken aller Beteiligten.