Allround-Traggerüst TG60 von Layher
Zott-Werkverkauf Bäumenheim

Ein Hoch dem Molkerei-Genuss

Zum Betonieren der Obergeschossdecke für die Zott-Genusshalle werden die liegend vormontierten Traggerüsttürme per Kran eingehoben. (Bild: Layher)

Die Molkerei Zott baut im bayerischen Bäumenheim eine Genusswelt für Molkereiprodukte. Für die 2.000 m² große Halle musste die Obergeschossdecke temporär unterstützt werden. Das Allround-Traggerüst TG 60 von Layher war dafür der ideale Helfer.

Mit dem Neubau verlagert Zott seinen Werksverkauf vom Stammwerk in Mertingen ins nahegelegene Bäumenheim. Dort entsteht ein modernes Einkaufsangebot mit Café. Das Familienunternehmen gehört zu den größten Molkereien Deutschlands und verarbeitete 2018 rund 1.000 Mio. kg Milch. Beauftragt wurde die Eigner Bau-Unternehmung aus Nördlingen. „Für das Projekt mussten wir die rund 2.000 m² große Obergeschossdecke temporär unterstützen“, berichtet Geschäftsführer Wolfram Uhl. „Neben der sicheren Ableitung der Flächenlasten von bis zu 14 kN/m² galt es auch, die senkrecht und schräg verlaufenden Deckenstützen in das Traggerüst zu integrieren.“

Fachmännische Unterstützung für diese Aufgabe kam von den Spezialisten von Layher. „Wir haben mit dem Allround-Traggerüst TG 60 ein flexibles und wirtschaftliches System im Programm“, erklärt Layher-Geschäftsführer Tobias Kächler. Basis ist das um hochtragfähige Traggerüstrahmen mit maximal 18 kg Bauteilgewicht erweiterte Allround-Gerüst. In Verbindung mit Allround-Systemriegeln und -diagonalen lassen sich Traggerüsttürme deutlich schneller und flexibel montieren, denn der quadratische Grundaufbau kann damit bis 3,07 m gestreckt und an Lasten und Geometrie vor Ort angepasst werden.

Beim Molkerei-Projekt wählten die Experten in Abhängigkeit von Lastvorgaben und Position der Stützen Traggerüsttürme mit gestreckter Feldlänge von 2,07 m. So waren weniger Traggerüsttürme nötig. Das Systemmaß kam auch bei der Kopplung zum Einsatz: Dabei werden die einzelnen Traggerüsttürme mit Allround-Systemriegeln und -diagonalen per schraubenloser Keilschlossverbindung gekoppelt. Der Einsatz von Standardteilen mit vorgegebenem Systemmaß erspart das zeitintensive Einmessen der einzelnen Traggerüsttürme. Rechtwinkligkeit ist automatisch gegeben. Im Vergleich zu aufwendigen Konstruktionen aus Rohren und Kupplungen benötigt man weniger Montagezeit. Und durch die einheitlichen Systemlängen ergibt sich zudem eine effiziente Logistik.

Allround-Traggerüst TG60 von Layher
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Die Planung erfolgte mit der Gerüstplanungssoftware Lay-Plan. „Mit Hilfe unseres Lay-Plan-CAD-Moduls können wir Traggerüste auf Basis von Auto-CAD dreidimensional planen und damit exakt an die Anforderungen anpassen. Eventuelle Kollisionen lassen sich bereits im Vorfeld vermeiden“, erklärt Roland Hassert, Leiter der Layher-Anwendungstechnik Bau. Der Kunde erhält eine detaillierte Materialliste, Aufbauzeichnungen und Montagepläne sowie ergänzend ein 3D-Modell in Form eines 3D-PDFs zum besseren Verständnis sowie für einen vereinfachten Auf- und Abbau. „Aufgrund der Turmhöhe von bis zu 8 m haben wir die Traggerüsttürme bei diesem Projekt nicht stehend errichtet, sondern am Boden vormontiert“, ergänzt Wolfram Uhl von Eigner-Bau. „Anschließend ließen sie sich mittels Kran einheben. Zur Übertragung von Zugkräften wurden die einzelnen Rahmen am Stoß mit Rohrklappsteckern gesichert. Gültige Sicherheitsvorschriften konnten wir problemlos erfüllen.“

Allround-Lightweight in London

Zur Zeit läuft die umfassende Sanierung des Londoner Wahrzeichens Elizabeth Tower. Der Glockenturm ist bekannt unter dem Namen Big Ben – benannt nach der größten seiner fünf Glocken. Es werden unter anderem die Kalksteinfassade und das gusseiserne Dach ausgebessert. Voraus gingen komplexe Gerüstbauarbeiten, die den rund 96 m hohen Turm für die Steinmetze und Sanierungsexperten sicher zugänglich machen. Entgegen der englischen Gerüstbautradition mit Rohren und Kupplungen entschied man sich in London für das schnell aufzubauende Layher-Allround-Lightweight. Eigentlich sollten alle vier Turmseiten eingerüstet werden. Doch weil Big Ben an drei Seiten an benachbarte Gebäude angrenzt, stand als Gerüstaufstellfläche nur eine Turmseite zur Verfügung. Britische Gerüstbauspezialisten entwarfen deshalb eine spezielle Stahlkonstruktion, um die angrenzenden Dächer zu überspannen. Von dieser soliden Basis aus konnte das Gerüst bis auf die geforderten 98 m für die Dachsanierung weitergebaut werden. Da auf eine Verankerung am historischen Bauwerk verzichtet werden musste, sorgten die Gerüstbauer mittels Horizontalverbänden und Druckabstützungen für die notwendige Standsicherheit. Mit passenden Ausbauteilen konnten auch Konsolen zur Reduzierung des Wandabstands an der strukturierten Fassade, Gitterträger zum Überbrücken der Uhren und ein Treppenturm als Baustellenzugang realisiert werden.

Gerüstbauarbeiten von Layher am Elizabeth Tower.
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