Rohbau in Stahlbeton-Skelettkonstruktion eines Bürogebäudes
Gerlingen Work

Schalsysteme für knifflige Doppel-H-Konstruktion

Das moderne Bürogebäude Gerlingen Work wird im Zentrum Gerlingens mit einer Bruttogeschossfläche von ca. 30.000 m² in konventioneller Stahlbeton-Skelettkonstruktion errichtet. (Bild: Ulma Construction)

In Gerlingen bei Stuttgart entsteht ein modernes Bürogebäude. Für den in Stahlbeton-Skelettbauweise ausgeführten Rohbau lieferte Ulma Construction rund 6.000 m2 Schalung – darunter die Rahmenschalung Orma, das Deckenschalungssystems CC-4 und zahlreiche MK-Deckentische. Premiere auf der logistisch anspruchsvollen Baustelle hatte zudem das neue CC-4 Protect – durch integrierten Fall- und Seitenschutz kann man damit ohne persönliche Schutzausrüstung arbeiten.

Nur 20 Minuten von der Stuttgarter Innenstadt entfernt, baut Gieag Immobilien auf einem rund 12.500 m2 großen Gelände das fünfstöckige, als Doppel-H-Grundriss mit viel Verglasung geplante Bürogebäude Gerlingen Work. Mit einer im Hohlraumboden vorbereiteten technischen Infrastruktur und einer flexiblen Grundrissgestaltung soll es seinen künftigen Mietern vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten. Zu den Arbeitsbereichen kommen ein Gastronomiebetrieb, Verkaufsflächen sowie zwei Tiefgaragengeschosse mit rund 500 Stellplätzen – insgesamt gut 30.000 m² Geschossfläche. Die Erdarbeiten und der Rohbau wurden von Züblin ausgeführt, Ulma Construction lieferte dazu rund 6.000 m2 Schalung.

Bei dem Gebäude in Stahlbeton-Skelettbauweise übernehmen die Deckenplatten und Stützen die tragende Funktion. Sämtliche Bauteile – vier Treppenhäuser mit Fahrstühlen, Flachdecken, Rund- und Viereckstützen sowie zwei Technikzentralen an den Kopfenden der Tiefgarage mit 7 m Geschosshöhe – wurden in Ortbeton-Bauweise erstellt. Den Beton der vertikalen Bauteile brachte die Rahmenschalung Orma in die richtige Form. Zusätzlich wurden 3.225 m2 des Ulma-Deckenschalungssystems CC-4 und 2.210 m2 MK-Deckentische eingesetzt. Durch die Doppel-H-Konstruktion des Baus gab es im Verhältnis zur Gesamtfläche viele Absturzkanten sowie Innen- und Außenecken. Als Absturzsicherung waren deshalb rund 400 m2 Sondertische sowie zahlreiche Eckbühnen notwendig – jeweils mit Geländer-Beplankung.

Schalungssystem CC-4 Protect von Ulma
Getestet wurde bei den Bautätigkeiten auch das Schalungssystems CC-4 Protect: Für sicheres Arbeiten von oben ohne persönliche Schutzausrüstung wurde in die neue Version des CC-4 ein Fall- und Seitenschutz integriert. (Bild: Ulma Construction)

Um die Statik zu optimieren, verwendeten die Experten Betone mit unterschiedlichen Spezifikationen, darunter C50/60 und C35/45. Bei den Rohbauarbeiten wurden rund 30.000 m3 Beton sowie 4.500 t Stahl im Rahmen verbaut. „Für die Erstellung der Ortbetondecken haben wir vielfach eine sogenannte Rollbewehrung eingesetzt“, erklärt Klaus Förschler, verantwortlicher Bauleiter bei Züblin. Dabei handelt es sich um parallele, miteinander verbundene Rundstäbe, die rollenweise vor Ort auf die Baustelle geliefert wurden und durch Abrollen in mehreren Lagen und Richtungen eingebaut werden konnten.

Schalungstechnisch hatte die Betonage der Decken einen besonderen Stellenwert: „Bei den Schalungssystemen kann man fast von einer kleinen Materialschlacht sprechen“, meint Förschler. Um keinen zeitlichen Verzug zu riskieren, entschied sich das bauausführende Unternehmen zusätzlich zu den MK-Randdeckentischen auch für das modulare Deckenschalungssystems CC-4 zum Frühausschalen. Es besteht im Grundmodul aus Haupt- und Nebenträgern sowie aus Paneelen und Schnellabsenkköpfen. Der Vorteil: Die CC-4-Schalung konnte bereits nach drei Tagen entfernt und für den nächsten Betonierabschnitt bereitgestellt werden.

Gebäudegeometrie
Wegen der besonderen Gebäudegeometrie mussten verhältnismäßig viele Absturzkanten abgesichert werden. So kamen rund 400 m2 Sondertische sowie zahlreiche Eckbühnen zum Einsatz. (Bild: Ulma Construction)

Etwas knifflig war die freizuhaltende Durchfahrtsöffnung der Tiefgaragenabfahrt. Hier wurde in 7,2 m Höhe ein lichtes Maß von 4,2 m Spannweite beim Betonieren der Decke mit Systemteilen überbrückt. Zum Einsatz kamen Stahl-Jochträger aus MK-120 Profilen, die durch ihr Lochraster über vielfältige Anschlussmöglichkeiten verfügen und mit den Ulma-Deckenschalungssystemen kompatibel sind.

Seinen Pilot-Einsatz auf der Baustelle hatte zudem das Schalungssystem CC-4 Protect – die von Ulma in puncto Sicherheit optimierte Version des CC-4. Die erweiterte Systemlösung mit Fall- und Seitenschutz ermöglicht ein sicheres Arbeiten von oben ohne persönliche Schutzausrüstung. Der Aufbau des bewährten CC-4 blieb erhalten, das Plus an Sicherheit ergibt sich durch Zubehörteile. „Wir verfügen mit dem CC-4 Protect über ein System, dessen Verschiebelösung – das haben wir in Gerlingen gesehen – im Baustelleneinsatz sehr gut funktioniert“, freut sich Ulma-Vertriebsleiter Andreas Abdul.