Klosteranlage St. Michael Bamberg

Bequemer Weg nach oben

Klosteranlage St. Michael Bamberg
Bambergs Wahrzeichen, die Klosteranlage St. Michael, wird noch bis 2025 saniert. Das Bauwerk aus dem 11. Jahrhundert ist akut einsturzgefährdet. (Bilder: Geda-Dechentreiter)

Die Bamberger Klosteranlage mit der Kirche St. Michael wird aufwendig renoviert. Deshalb verbirgt sich das historische Bauwerk zurzeit hinter riesigen Gerüstflächen mit mehreren Transportbühnen von Geda. Sie bieten den Handwerkern eine komfortable Möglichkeit, mit ihrem Werkezeug und Material sicher zum Einsatzort zu gelangen.

Der Klosterkomplex mit Abteikirche auf einem der sieben Hügel der Stadt gehört zum Unesco-Welterbe. Weil die Anlage akut einsturzgefährdet ist, wird das Bauwerk aus dem 11. Jahrhundert einschließlich Kirche umfassend saniert. Die Dimensionen sind gewaltig: Allein das Kirchengebäude ist derzeit von 12.000 m² Gerüstfläche umgeben.

Die Arbeiten an der Klosterfassade laufen in drei Bauabschnitten: Die Renovierung der etwa 2.800 m² großen Fassadenfläche sowie Brauerei- und Pfortenflügel des Klosters ist bereits abgeschlossen. Neben immensen Natursteinarbeiten mussten 240 Fenster instandgesetzt sowie das Dach und die Entwässerung erneuert werden. Im zweiten Abschnitt folgt die Sanierung von weiteren 2.400 m² Natursteinfläche, bevor im letzten Teil die Fassaden im Innenhof des Konventbaus und im Kreuzgarten auf nochmals 2.700 m² bearbeitet werden.

Parallel dazu läuft die Sanierung der Abteikirche St. Michael mit ihrem weltberühmten Deckengemälde Himmelsgarten. Hier geht es hauptsächlich um die statische Instandsetzung. Experten sind sich einig, dass vor allem nachträgliche Einbauten aus der Barockzeit für den heute dramatischen Zustand des romanischen Bauwerks verantwortlich sind. Zunächst werden Dachtragwerke, Fassaden, Gewölbe sowie das Mauerwerk standsicher gemacht, bevor in den folgenden Bauabschnitten die Raumschale, die Gewölbe, die Orgel und die Entwässerung an der Reihe sind. Für das Mammutprojekt wurden 50 Mio. Euro veranschlagt. Das Bundesprogramm Nationale Projekte des Städtebaus steuert mit 12,5 Mio. Euro den größten Teil zur Finanzierung bei. Weiterhin unterstützen die Oberfrankenstiftung, der Entschädigungsfonds Bayern, die Bayerische Landesstiftung, die Bürgerspitalstiftung Bamberg als Eigentümerin der Klosteranlage sowie Spender und Sponsoren die Sanierungsarbeiten.

Das Projekt St. Michael stellt alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Allein die Gerüstarbeiten dauerten Monate. Die Ausschreibung auf nationaler Ebene gewann das in Bamberg ansässige Unternehmen Karl Gerüstbau. Die Firmengruppe Karl installierte sämtliche Gerüstflächen an den Außenfassaden des Klosterkomplexes und im Innen- und Außenbereich der Kirche. Für die Fassadenarbeiten stellte das Unternehmen neben 10.000 m² Fassadengerüst auch 1.500 m Konsolgerüst sowie ein 600 m umfassendes Dachdeckerschutzgerüst. In der Abteikirche kommen 5.000 m² Innengerüst, 16.000 m³ Raum- und 1.500 m² Flächengerüst zum Einsatz.

Türme der Klosteranlage St. Michael Bamberg
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Um das immense Gerüst möglichst zügig aufbauen, aber auch um die Handwerker samt Material bequem und sicher entlang der Gerüstkonstruktionen transportieren zu können, sind neun Transportbühnen von Geda-Dechentreiter im Einsatz. Zwei der insgesamt sechs Geda DA 500 Z/ZP sind an den beiden Kirchtürmen installiert. Hier geht es 73 m in die Höhe. Mit zwei separaten Steuerungen ausgestattet, kann die Bühne als reiner Bauaufzug mit einer Nutzlast bis 850 kg, aber auch als Transportbühne für fünf Personen und Lasten bis 500 kg genutzt werden. Durch den geringen Platzbedarf, die hohe Tragfähigkeit und die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten spart der Aufzug Zeit und garantiert die optimale Logistik am Bau. Dazu trägt die Hubgeschwindigkeit von 24 m/min im Material- und 12 m/min im Personenmodus bei.

Die Experten von Karl Gerüstbau wissen aber auch die kleinste unter den Geda-Transportbühnen zu schätzen. Denn bei engen Straßen, verwinkelten Zufahrten und begrenztem Platz auf der Baustelle ist das Modell 300 Z/ZP genau in seinem Element. Wo für andere Bauaufzüge kein Durchkommen ist, erledigt es mit seiner klappbaren Arbeitsbühne zuverlässig seine Arbeit. In zusammengeklapptem Zustand ist die Transportbühne samt Flachkabeltopf gerade einmal 0,85 m breit. Um die Fassaden des im Innenhof gelegenen Kreuzgartens zu sanieren, war sie damit die optimale Lösung. Dank zwei separater Steuerungen lässt sich der 300 Z/ZP wahlweise als reiner Bauaufzug zum Materialtransport oder als Transportbühne für Material und maximal drei Personen nutzen. Seine Hubgeschwindigkeit liegt bei 12 m/min für 500 kg oder drei Personen bis in 50 m Höhe. Mit der praktischen Stapleraufnahme kann das komplette Gerät mühelos mit Hubwagen oder Gabelstapler befördert werden.

Alle Transportbühnen sind mit den üblichen Sicherheitseinrichtungen wie Endschalter, geschwindigkeitsabhängige Fangvorrichtung, Sicherheitsstopp und Überlastabschaltung ausgestattet. Die Schmiereinrichtung ist bei den beiden in Bamberg eingesetzten Modellen serienmäßig enthalten und sorgt für deutlich geringeren Verschleiß der Zahnstangen und Ritzel.

Ursprünglich war die Fertigstellung auf dem Michelsberg bis 2021 zur 1.000-Jahr-Feier geplant. Doch bis 2025 werden die Sanierungsarbeiten wohl noch dauern. So lange müssen sich auch Heiratswillige gedulden, denn die Abteikirche St. Michael gehört zu den beliebtesten Hochzeitskirchen der Bamberger.